Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch mit CDU-Fraktionschef Peter Hauk zum Informationsbesuch in Neckarwestheim
Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch mit CDU-Fraktionschef Peter Hauk zum Informationsbesuch in Neckarwestheim
Friedlinde Gurr-Hirsch mit CDU-Fraktionschef Peter Hauk zum Informationsbesuch in Neckarwestheim

 
Ende 2010 trat ein Gesetzespaket der Bundesregierung in Kraft, das die Rahmenbedingungen für den Betrieb von Kernkraftwerken in Deutschland neu regelt. Als erste Anlage in Deutschland nimmt der Block I des Kernkraftwerks Neckarwestheim (GKN) die neu zugeteilten Strommengen in Anspruch. Grund genug für Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch sich vor Ort über die Auswirkungen der neuen Gesetzgebung zu informieren. Begleitet wurde sie dabei vom Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Peter Hauk, vom Landtagsabgeordneten Manfred Hollenbach und vom CDU-Vorsitzenden der Gemeinde Neckarwestheim Thomas Ullrich.
 
Das Kernkraftwerk Neckarwestheim liegt zehn Kilometer südlich von Heilbronn auf dem Gelände eines ehemaligen Steinbruchs direkt am Neckar. Die EnBW Kernkraft GmbH (EnKK) betreibt dort zwei Druckwasserreaktoren. Block I hat eine elektrische Leistung von 840 Megawatt. Er ging 1976 in Betrieb. Als einziges deutsches Kernkraftwerk erzeugt er sowohl den üblichen Drehstrom als auch Strom für das Bahnnetz. Etwa jede vierte Lokomotive in Deutschland fährt mit Strom aus Neckarwestheim. Block II ging 1989 ans Netz und hat eine elektrische Leistung von 1.400 Megawatt. Im Jahr 2010 erzeugten beide Blöcke zusammen über 13 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht etwa einem Viertel des Stromverbrauchs in Baden-Württemberg. „Das GKN ist damit Garant für die verlässliche Versorgung der Bevölkerung und der Wirtschaft mit elektrischer Energie zu konkurrenzfähigen Preisen“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch. Dies sichere Arbeitsplätze und damit die Lebensgrundlagen für alle Teile der Bevölkerung. Manfred Hollenbach konnte ihr dazu nur zustimmen. „Ohne die Kernkraftwerke in Baden-Württemberg“, davon ist er überzeugt, „hätte sich die Wirtschaft des Landes während der zurückliegenden 30 bis 40 Jahren nicht so positiv entwickelt.“ Der baden-württembergischen Politik sei es gelungen, den historischen Standortnachteil der "Revierferne", nämlich keine Rohstoffe zu haben und Stahl und Kohle aus dem Ruhrgebiet oder dem Saarland "einführen" zu müssen durch kluge, weitsichtige Entscheidungen auszugleichen. Weil durch den Betrieb der Anlagen jährlich über 12 Millionen Tonnen des klimaschädlichen CO2 vermieden werden, steht der Standort Neckarwestheim aber nicht nur für Versorgungssicherheit, sondern auch für Klimaschutz im Südwesten.
 
Jörg Michels, technischer Geschäftsführer des GKN, berichtete den CDU-Politikern wie sich die neue Gesetzgebung im Einzelnen auf die EnBW und den Standort Neckarwestheim auswirkt und warum beide Blöcke über ein sehr hohes Sicherheitsniveau verfügen (siehe nebenstehendes Interview). Zur Sprache kamen darüber hinaus der aktuelle und zukünftige Energiemix in Baden-Württemberg und Deutschland sowie die Rolle der Kernkraft bei der Integration der Erneuerbaren Energien in das Stromnetz. Zudem wurde die Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks in Gorleben mit Blick auf die Endlagerung radioaktiver Abfälle diskutiert. Der ebenfalls anwesende Bürgermeister der Gemeinde Neckarwestheim, Mario Dürr, erläuterte seine Sicht der Entsorgungsthematik, aber auch die fiskalischen Auswirkungen der Brennelementesteuer für seine Kommune.
 
Friedlinde Gurr-Hirsch äußerte sich nach dem Informationsbesuch sehr zufrieden über den hohen Sicherheitsstandard des Kernkraftwerks Neckarwestheim und den verantwortungsbewussten Umgang der EnBW mit den Anlagen.
 
M. Kleemann, 21.02.2011
 
 
 

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