Referat beim Stadtverband Schwaigern

„In der Agrarpolitik steht die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft an vorderster Stelle. Für die Landwirte spielen Kontinuität und Einkommenssicherung eine bedeutende Rolle, denn nur eine starke Landwirtschaft kann ihre Aufgaben für die Gesellschaft erfüllen. Die Agrarpolitik muss deshalb verlässlich sein. Das ist und bleibt unser Ziel in Baden-Württemberg und dafür kämpfen wir auch in der Europäischen Union“, sagte die baden-württembergische Staatssekretärin für Ländlichen Raum, Ernährung und Verbraucherschutz, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL bei einer Agrarpolitischen Veranstaltung des CDU-Stadtverbandes Schwaigern in der Heuchelbergkellerei vor über 100 Zuhörern. 
Die Produktion von qualitativ hochwertigen und gesunden Lebensmitteln sei die wichtigste Aufgabe der Landwirtschaft. „Besonders bedeutend ist die Produktion von heimischen Lebensmitteln. Sie werden unter Einhaltung hoher Standards und nachvollziehbarer Produktionsmethoden erzeugt“, so Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch. Aber auch der Export der Agrarprodukte sei bedeutend. Die internationalen Rahmenbedingungen seien jedoch gekennzeichnet durch Globalisierung, Klimawandel, Rohstoffknappheit und einer wachsenden Bevölkerung. „Das bedeutet auch eine höhere Nachfrage nach Lebensmitteln. Um diesen steigenden Bedarf zu decken, wird auch die baden-württembergische Landwirtschaft mehr denn je gebraucht“, stellte Friedlinde Gurr-Hirsch optimistisch fest.
Eine weitere wichtige Aufgabe der Landwirtschaft sei die Erhaltung und die Pflege der Kulturlandschaft. „Unsere Landwirtschaft ist charakterisiert durch Vielfalt, durch den Wechsel von Acker- und Grünland, Wald und Weinbau“, erklärte die Staatssekretärin. Die Schönheit der Landschaft sei nicht im Bruttoinlandsprodukt berücksichtigt. Jedoch sei die gepflegte und vielfältige Kulturlandschaft, gerade auch in touristischer Hinsicht, ein wichtiges Markenzeichen des Landes. „Am besten kann diese Landschaft durch Nutzung, also durch die Bewirtschaftung durch die Landwirte erhalten werden“, sagte Friedlinde Gurr-Hirsch. Bis heute sei die Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete ein wichtiges Instrument der baden-württembergischen Agrarpolitik. Hierdurch könnten standortbedingte Produktionsnachteile abgemildert werden.
Die EU-Kommission wolle nun zur Begründung der Direktzahlungen eine grünere Agrarpolitik. „Agrarumweltmaßnahmen sind bereits seit jeher inhaltliche und finanzielle Schwerpunkte der Agrarpolitik des Landes. Baden-Württemberg ist damit ein Vorbild innerhalb der EU“, sagte Gurr-Hirsch. Dies dürfe dem Land nun aber nicht zum Nachteil werden. Das hohe Niveau beim Umweltbewusstsein der baden-württembergischen Landwirtschaft dürfe nicht durch pauschale „Aufgrünung“ in der 1. Säule der EU-Agrarpolitik gefährdet oder verspielt werden. Es sei erfreulich, dass die EU die multifunktionale Landwirtschaft befördern wolle. Das dürfe aber nicht auf dem Rücken der Landwirte erfolgen. „Unseren Betrieben, die bereits ein hohes ökologisches Niveau einhalten, dürfen keine Nachteile aus einer möglichen von oben verordneten Ökologisierung entstehen“, so Gurr-Hirsch. Auch gelte es, der damit verbundenen Bürokratie entgegen zu treten.
Friedlinde Gurr-Hirsch MdL kündigte in der Heuchelbergkellerei auch eine Bundesratsinitiative von Baden-Württemberg an, den Anbaustopp für Reben bis 2025 zu verlängern. Man wolle im Begleitzug von Rheinland-Pfalz und anderen weinbautreibenden Bundesländern der Bundeskanzlerin mit dieser Initiative den Rücken für Verhandlungen in Brüssel stärken. Die Versammlung quittierte dies mit lebhaftem Applaus.
 
 
 

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