2. Tag der Patientenverfügung in Ilsfeld

Friedlinde Gurr-Hirsch moderierte Podiumsdiskussion

Schon seit vielen Jahren widmet sich die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch den unterschiedlichsten Vorsorgethemen. „Gerade in einer Zeit, in der Jugendlichkeit das Leitmotiv unserer Gesellschaft ist, wird die Endlichkeit des menschlichen Lebens an den Rand der Diskussion gedrängt“, so die Politikerin zu ihrer Motivation. Umso wichtiger sei es ihr, z.B. auf die Bedeutung von Patientenverfügungen hinzuweisen. Bereits zum zweiten Mal fand jetzt in Ilsfeld der Tag der Patientenverfügung statt, zu dem die Anwaltskanzlei Zecher eingeladen hatte. Einen ganzen Nachmittag über hatten Interessierte die Gelegenheit, sich umfassend über das Thema Patientenverfügung zu informieren. Dabei wurden neben den rechtlichen Aspekten durch Vorsorgeanwalt Dr. Günter Zecher durch Oberärztin Dr. Lisa Fiedler auch die medizinischen Fragen einer solchen Verfügung geklärt. Berufsbetreuerin Monika Gscheidle berichtete daneben aus ihrer praktischen Erfahrung mit Patientenverfügungen und über die Bedeutung einer solchen Erklärung für den Pflegealltag. Kann ein Patient seinen Willen nicht mehr selbst äußern und hat er keine Patientenverfügung, muss die Betreuerin den „mutmaßlichen Willen“ des Patienten erklären. Ergänzend gab es Beiträge aus angrenzenden Themenkomplexen, wie beispielsweise der Bestattungsvorsorge.
Einen runden Abschluss der Veranstaltung bildete eine abendliche Podiumsdiskussion mit den Experten, die zuvor in jeweils einzelnen Referaten ihre fachliche Sicht vorgetragen hatten. Moderatorin Friedlinde Gurr-Hirsch begrüßte zusätzlich auch noch Pfarrerin Rosemarie Kögler-Stäbler, die aus seelsorgerischer Perspektive wertvolle Einblicke geben konnte. Friedlinde Gurr-Hirsch betonte in ihren Fragen an die Runde, dass für sie die Patientenverfügung ein Weg ist, den Spagat zwischen dem Grundrecht auf Selbstbestimmung mit dem der Unantastbarkeit der Würde zu schaffen. Gleichwohl sei es wichtig, auch an die Grenzen des Regelbaren zu erinnern, denn eine Patientenverfügung kann nicht alle Eventualitäten abdecken. Im Notfall muss z.B. ein Ersthelfer Reanimationsmaßnahmen ergreifen, ohne den wahren Willen des Patienten zu kennen – „kaum jemand trägt seine Patientenverfügung die ganze Zeit mit sich herum“, so Friedlinde Gurr-Hirsch, die auch auf die einzelnen Fragen der interessierten Teilnehmer einging. Die Diskutanten waren sich schließlich einig, dass eine Patientenverfügung ein wichtiges Instrument ist, um den eigenen Willen auch dann gewahrt zu wissen, wenn man ihn selbst nicht (mehr) äußern kann, weshalb sich jede und jeder Gedanken darüber machen sollte.

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