Kreisverband der Europa Union lud zu einer Informationsveranstaltung ein

Bei der Podiumsdiskussion am Donnerstagabend zum Transatlantischen Handels- und Investitionspartnerschaft (TTIP) zwischen Amerika und der EU in der ZEAG Energie AG wurde die Möglichkeit geboten, sich umfassend über dieses Thema zu informieren. Als Diskutanten waren Friedlinde Gurr-Hirsch MdL für die CDU, Josip Juratovic MdB für die SPD, Richard Pitterle MdB für die Linkspartei, Daniel Renkonen MdL für die Grünen, Stadtrat Nico Weinmann für die FDP und Eckard Veil als Vorstandsvorsitzender der ZEAG Energie AG geladen. In einer ersten Podiumsrunde stellten die Diskutanten ihre allgemeine Position zu TTIP vor. So äußerte sich Friedlinde Gurr-Hirsch als Befürworterin des Freihandelsabkommens und betonte das Wegfallen von Zöllen, die Vereinfachung von Regelwerken und Zulassungsverfahren, die Zunahme von Exporten und den Anstieg der Reallöhne um bis zu 2%. „Mit TTIP können bis zu 1,3 Millionen neue Arbeitsplätze geschaffen werden, bis zu 200.000 davon alleine in Deutschland“, so die CDU-Landtagsabgeordnete. Für TTIP sprach sich auch FDP-Stadtrat Weinmann aus, gerade die geringeren Kosten beim Export in die USA, die bei Lebensmitteln bis zu 57% betragen könnten, wurden hervorgehoben. Gleichzeitig betonte er, dass durch TTIP keine Absenkung von Standards stattfinden würde. Schließlich positionierte sich auch Josip Juratovic positiv zu TTIP. Das Freihandelsabkommen stelle eine unglaubliche Verbesserung der Wirtschaftsbeziehung dar. Allerdings betonte er auch, dass die Diskussion über TTIP offen und transparent sein sollte. Linken-Bundestagsabgeordneter Pitterle hingegen verlieh seiner Ablehnung von TTIP Ausdruck, kreidete fehlende Transparenz, den Investitionsschutz und dessen befürchtete Auswirkungen auf die Demokratie an. Ebenso äußerte sich der grüne Landtagsabgeordnete Renkonen negativ über TTIP. Das in Amerika durchgeführte Fracking, Schiedsgerichte und die schlechten Sozialstandards in Amerika seien ein Problem. Der ZEAG-Vorstandsvorsitzende Veil betonte, wie wichtig TTIP sei, brachte aber auch Befürchtungen von Unternehmerseite mit ein. Die Gäste konnten durch das Zeigen einer roten oder grünen Karte jeweils ihre Ablehnung oder Zustimmung ausdrücken. Das Meinungsbild war sehr gemischt: während viele Leute TTIP befürworteten, gab es auch viele die ihr Ablehnung zeigten, einige Menschen waren und blieben unentschlossen. In den anschließenden zwei Diskussionsrunden konnten Fragen aus dem Publikum an das Podium und gezielte Diskutanten gestellt werden. Hier ging es unter anderem um Gentechnik, die Schiedsgerichte, den Kulturbereich und die sogenannten Chlorhühnchen. Die CDU-Politikerin Gurr-Hirsch, die als ehemalige Staatssekretärin besonderes Interesse am Verbraucherschutz hat, betonte, dass die Chlorhühnchen weder gesundheitsgefährdend seien noch überhaupt Chlorhühnchen auf Grund der EU-Hygienestandards importiert werden dürften, dies sei auch nicht verhandelbar. Wieder bekamen die Zuschauer die Möglichkeit durch Aufzeigen der roten oder grünen Karten ihre Position zu verdeutlichen. Während die meisten Leute bei ihrer Meinung blieben, gab es doch ein paar, deren Meinungsbild sich zu Gunsten von TTIP wandelte. Viele Zuschauer blieben dennoch skeptisch gegenüber TTIP.
Bei einem anschließenden Imbiss mit Getränken konnten die Besucher sich untereinander und mit den Diskutanten austauschen. Die Veranstaltung war allgemein sehr gut besucht.
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