Wenn der Kindergarten zur Seniorenbegegnungsstätte wird

Veranstaltung in Kirchardt

Ausgerechnet der CDU-Ortsverband Kirchardt lud zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein, die die demografische Entwicklung ländlicher Gemeinden zum Inhalt hatte. Kirchardt ist die kinderreichste Gemeinde in der Region Heilbronn-Franken. Dies ist dem hohen Aramäeranteil in der Bevölkerung geschuldet. Dennoch wird auch Kirchardt der Demografie seinen Tribut leisten müssen. „Eine bittere Tatsache ist“, so Bürgermeister Rudi Kübler, „dass wir unsere Hauptschule verlieren werden.“
 
„Der Anteil von Kindern und Jugendlichen an der Gesamtbevölkerung ist in Baden-Württemberg im Ländervergleich am höchsten“, betonte der Hauptreferent Klaus Mandel, Regionalverbandsdirektor. „Weniger Geburten und eine zunehmende Lebenserwartung sind die Hauptursachen für die stetige Alterung“, resümierte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
Die Region Heilbronn-Franken bekommt wenig vom Wanderungssaldo in Europa ab. Nur Paare mit Kindern ziehen aus der Stadt in den ländlichen Raum. In den vergangenen Jahren hat eine Urbanisierung eingesetzt. Junge Menschen, aber auch viele Bürgerinnen und Bürger im dritten Lebensabschnitt zieht es in die Städte. Unsere Gesellschaft lässt sich folgendermaßen kennzeichnen: „Wir werden älter, vereinzelter, weniger und bunter“, so Klaus Mandel.
 
„Will der ländliche Raum attraktiv bleiben, dann muss die Kommunalpolitik bei all ihren Entscheidungen diese Veränderungen miteinbeziehen“, hob der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Czemmel hervor. Gebäude sollten auf jeden Fall barrierefrei und multifunktional geplant werden. Dass das Ehrenamt auch eine Aufwertung erfahren muss, war ebenfalls Diskussionsgegenstand. „Wir haben heute sehr viel Kompetenz und Leistungsfähigkeit unter den sogenannten „Silver Agern“ brachte es Friedlinde Gurr-Hirsch auf den Punkt.
 
MK

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