Lehrerversorgung im Stadt- und Landkreis Heilbronn

Parlamentarische Anfrage von Friedlinde Gurr-Hirsch, Dr. Bernhard Lasotta und Alexander Throm

 

„Wir setzen uns dafür ein, dass die Bildungspolitik im Einklang mit Schülern, Eltern, Lehrern und Verbänden entwickelt wird. Um die jungen Menschen bestmöglich auf das Leben nach der Schule vorzubereiten, darf es nicht um Ideologie gehen. Stattdessen muss die individuelle und passgenaue Förderung und Leistung unserer Kinder im Zentrum stehen“, betonten die Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch, Dr. Bernhard Lasotta und Alexander Throm anlässlich der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zur Lehrerversorgung im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Daraus ist zu entnehmen, dass die Gemeinschaftsschulen in der Region Heilbronn gegenüber den anderen Schularten vielfältig bevorzugt werden. Beispielhaft zu nennen ist hierbei insbesondere der Förderunterricht. Den Gemeinschaftsschulen stehen je Zug zwölf Lehrerwochenstunden für Maßnahmen zur individuellen Förderung und Differenzierung und zwölf Lehrerwochenstunden je Zug für besondere pädagogische Aufgaben zur Verfügung. Die anderen Schularten werden seitens des Landes viel schlechter ausgestattet. Den Hauptschulen stehen insgesamt nur zehn Lehrerwochenstunden, den Gymnasien 6 Poolstunden und den Realschulen lediglich 2,2 Lehrerwochenstunden für Maßnahmen zur Differenzierung und Förderung je Zug zur Verfügung. „Diese Ungleichbehandlung ist sowohl gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern als auch gegenüber den Schülerinnen und Schülern ungerecht und trägt zu einer systematischen Benachteiligung der Gymnasien und Haupt- und Realschulen bei“, konstatierten Gurr-Hirsch, Dr. Lasotta und Throm.
 
Es ist bedauerlich, dass die Beantwortung der parlamentarischen Anfrage seitens der Landesregierung nicht vollständig erfolgte. So blieb beispielsweise die Frage bezüglich der Förderung von schwachen Schülerinnen und Schülern an Grundschulen wohlweislich unbeantwortet, weil es an diesen Schulen, im Gegensatz zu früher, keinen Förderunterricht mehr gibt. Das benachteiligt die Schwächsten. Durch die fehlende Förderung fühlen sich diese Kinder zurückgesetzt und dies gefährdet ihre Weiterentwicklung. „Grün Rot ist weiter weg von einer individuellen Förderung, als dies je der Fall war!“,  so Gurr-Hirsch, Dr. Lasotta und Throm empört.
 
Neben der ungerechten Zuteilung von Förderstunden kritisierten die drei CDU-Landtagsabgeordneten vor allem die von Grün-Rot vorgenommene Kürzung des Ergänzungsbereichs. Während im Schuljahr 2010/2011 hierfür den Schulen im Bereich des Staatlichen Schulamts Heilbronn noch durchschnittlich rund 2.600 Lehrerwochenstunden zur Verfügung standen, sind es im aktuellen Schuljahr nur noch rund 500 Lehrerwochenstunden.
 
Darüber hinaus verdeutlichte die parlamentarische Anfrage, dass zahlreiche ehemalige Schülerinnen und Schüler der Förderschulen mittlerweile an Gemeinschaftsschulen in der Region Heilbronn unterrichtet werden. Da Förderschullehrer gemäß dem Grundsatz „Die Deputate folgen den Schülern“ eingesetzt werden, müssen einige Förderschullehrer inzwischen an Gemeinschaftsschulen lehren. In diesem Zusammenhang wurden im Bereich des staatlichen Schulamts Heilbronn 114 Deputatsstunden an Gemeinschaftsschulen abgegeben. „Dies führt dazu, dass in den Gemeinschaftsschulklassen teilweise drei Lehrer gleichzeitig unterrichten“, so Gurr-Hirsch, Dr. Lasotta und Throm.
 
MK

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