Arbeitskreis Integration mit Landrat Günther-Martin Pauli MdL

Friedlinde Gurr-Hirsch fordert bessere Betreuung der Flüchtlinge

Bei der Januar-Sitzung des Arbeitskreises Integration der CDU-Baden-Württemberg stand die aktuelle Flüchtlingssituation im Mittelpunkt. Im Jahr 2014 musste Baden-Württemberg knapp 26.000 Flüchtlinge aufnehmen. Fast doppelt so viele wie 2013 – Tendenz steigend. Die meisten kamen aus Syrien, gefolgt von Serbien, Gambia und Mazedonien. „Für Landkreise, Kommunen und Bürger ist das eine große Herausforderung. Viele Flüchtlingsheime sind überfüllt und eine ordentliche Versorgung der Menschen kann nicht immer gewährleistet werden“, konstatierte die Arbeitskreisvorsitzende Friedlinde Gurr-Hirsch MdL im Rahmen der Sitzung.
 
Gastreferent war Landrat Günther-Martin Pauli, in dessen Landkreis im Herbst 2014 die zweite Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge eingerichtet wurde. In einer ehemaligen Kaserne in Meßstetten sind heute 1.000 Flüchtlinge untergebracht. „Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger vor Ort haben die Neuankömmlinge positiv aufgenommen“, hob Günther-Martin Pauli hervor. Die Menschen auf der Schwäbischen Alb seien sehr hilfsbereit. „Über 100 Bürgerinnen und Bürger kümmern sich mittlerweile ehrenamtlich um die Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle“, betonte Landrat Pauli.
 
Dennoch herrschen landesweit teilweise noch Unsicherheiten in der Bevölkerung. Die Menschen haben Angst vor Konflikten, die durch ethnische Unterschiede und die Traumatisierung vieler Flüchtlinge befördert werden. Andererseits gibt es in vielen Orten im Land Initiativen und Organisationen, die sich den Flüchtlingen und ihrer schwierigen Situation annehmen. Sie rufen neue Asylfreundeskreise ins Leben, machen Sportangebote und veranstalten Sprachcafés oder Gottesdienste für Asylbewerber. „Wenn es um weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Asylsuchende geht, werden häufig auch Bürgerinnen und Bürger kreativ und bieten eigene Immobilien an“, freuten sich die beiden Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch und Günther-Martin Pauli über die große Hilfsbereitschaft der Baden-Württemberger. Über alledem stehe aber das Land in der Pflicht, Lösungen anzubieten. „Der Betreuungsschlüssel für Flüchtlinge muss sich verbessern. Die Hilfssuchenden müssen sinnvoll beschäftigt werden, wozu insbesondere das Erlernen der deutschen Sprache zählt“, so Gurr-Hirsch, die auch Mitglied im Integrationsausschuss des Landtages ist.
 
Damit das wichtige Thema Integration landesweit einen höheren Stellenwert erhält, ist es ein Bestreben der Partei, dass es zukünftig in allen CDU-Kreisverbänden Ansprechpartner für Integrationspolitik gibt.
 
MK

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