"Ärztemangel im ländlichen Raum erfordert Kreativität"

Parlamentarische Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten

„Gerade in kleineren Gemeinden hat die hausärztliche Versorgung für die immer älter werdende Bürgerschaft einen sehr hohen Stellenwert und gilt als wichtiger Standortfaktor. Doch Hausärzte werden rar, besonders auf dem Land. In Deutschland ist jeder fünfte von ihnen über 60 Jahre alt, in Baden-Württemberg sogar jeder vierte“, betonte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zum Ärztemangel im ländlichen Raum.
 
Im südlichen und westlichen Landkreis Heilbronn besteht eine gute Ärzteversorgung. „Der Versorgungsgrad mit Hausärzten sowie niedergelassenen Fachärzten ist zufriedenstellend“, so Gurr-Hirsch. Ziel müsse es daher sein, dieses qualitativ hohe Niveau in der Gesundheitsversorgung im Raum Heilbronn auch in Zeiten des demografischen Wandels aufrechtzuerhalten. „Dem befürchteten Ärztemangel im ländlichen Raum muss frühzeitig begegnet werden“, forderte die Landtagsabgeordnete, für die die flächendeckende und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung eine wichtige Grundvoraussetzung für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land darstellt.
 
Damit es auch zukünftig genügend Ärzte in den ländlichen Raum zieht, gibt es verschiedene Handlungsoptionen für die Kommunen. Dazu zählt die Errichtung von Ärztehäusern, in denen den einzelnen Praxen die Arbeit durch Synergieeffekte und Ärztekooperationen erleichtert wird. Dafür stehen auch Landesmittel zur Verfügung. „Der Neubau von Gebäuden für die Einrichtung und Vermietung von Arztpraxen kann im Rahmen des Entwicklungsprogramms Ländlicher Raum gefördert werden. Die maximale Höhe bei Vorliegen aller Voraussetzungen beträgt 200.000 Euro pro Projekt“, so Gurr-Hirsch. Allerdings müsse beim Bau und auch bei verbilligter Vermietung das Beihilferecht beachtet werden.
 
Darüber hinaus fördert das Land Baden-Württemberg im Hinblick auf Barrierefreiheit in Sanierungsgebieten im ländlichen Raum auch den Umbau von Gebäuden. „In den jährlichen Städtebauförderungsprogrammen des Landes gehören Maßnahmen zur Erreichung von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum zu den Förderschwerpunkten“, hob die CDU-Politikerin hervor. Die Kommunen müssen die vorhandenen Programme des Landes ausschöpfen, um das Fortbestehen einer gut organisierten ambulanten Versorgungsstruktur zu sichern. „Mit Kreativität kann Attraktivität geschaffen werden“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
MK

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