Schulbesuch von Friedlinde Gurr-Hirsch

An den beruflichen Schulen werden im laufenden Schuljahr landesweit knapp 360.000 Schülerinnen und Schüler unterrichtet. Die Andreas-Schneider-Schule in Heilbronn-Böckingen ist eine dieser anerkannten Bildungseinrichtungen. Sie bietet sowohl Schülern des Landkreises Heilbronn als auch kaufmännischen Auszubildenden ein vielfältiges Bildungsangebot“, betonte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch im Rahmen eines Austauschgespräches mit Oberstudiendirektor Dieter Arweiler.
 
Im vergangenen Schuljahr besuchten circa 2.700 Schülerinnen und Schüler die Böckinger Bildungseinrichtung. Laut Oberstudiendirektor Dieter Arweiler werden etwa 2.000 Schülerinnen und Schüler in der kaufmännische Berufsschule in Teilzeitklassen und rund 700 Schülerinnen und Schüler in Vollzeitklassen von insgesamt 130 Lehrerinnen und Lehrern unterrichtet.
 
Sorge bereitet dem Schulleiter, dass die beruflichen Gymnasien mittelfristig an Attraktivität verlieren könnten. Durch die Abschaffung der verbindlichen Grundschulempfehlung besuchen viele Schülerinnen und Schüler, die früher zunächst auf eine Realschule gegangen wären und danach das Abitur an einem beruflichen Gymnasium gemacht hätten, gleich nach der Grundschule ein Gymnasium oder eine Gemeinschaftsschule. Darüber hinaus befürchtetDieter Arweiler, dass die Absenkung der Eingangsbesoldung bei Junglehrern sowie die zunehmend rigidere Abrechnung von Mehrarbeitsunterricht (MAU) durch die Schulverwaltungen einen Motivationsverlust bei der Lehrerschaft bewirken. „Da die Bedingungen in der freien Wirtschaft derzeit sehr attraktiv sind, läuft das Land Gefahr, im Wettbewerb um die besten Köpfe abgehängt zu werden. Dies ist besonders vor dem Hintergrund einer zunehmend heterogenen und schwieriger werdenden Schülerschaft problematisch. Wir brauchen die Besten in der Lehrerschaft“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch. Eine weiteres Problem sind große Klassen. Die Schulen werden durch die Zuweisung von Schülerinnen und Schülern dazu gezwungen, die Klassen entsprechend aufzufüllen“, so die Landtagsabgeordnete.
 
Ihrer Meinung nach ist es ein besonderes Qualitätsmerkmal der baden-württembergischen Bildungspolitik, dass im Südwesten rund 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler an den beruflichen Gymnasien die Hochschulreife erlangen. „Das duale System ist äußerst erfolgreich und das internationale Interesse an der Kombination von theoretischer Ausbildung mit der Praxis im Beruf ist überwältigend. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, braucht es eine gesteuerte regionale Schulentwicklung sowie eine höhere gesellschaftliche Wertschätzung des Lehrerberufs“, hob Friedlinde Gurr-Hirsch abschließend hervor.
 
MK

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