Parlamentarische Anfrage der CDU-Fraktion

Nicht allein in Aufsichtsräten und Vorständen in der Wirtschaft sind Frauen deutlich unterrepräsentiert, das gleiche Bild zeigt auch der öffentliche Sektor. „Frauen sind in Führungspositionen der Verwaltung noch immer kaum anzutreffen, während der Anteil von Frauen in der unteren und mittleren Ebene der Verwaltung sehr hoch ist“, betonte die stellvertretende Vorsitzende und frauenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage zu Tandem-Führungen in öffentlichen Verwaltungen. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten in der öffentlichen Verwaltung sind Frauen, doch unter den rund 20.600 Beschäftigten mit Besoldungs- oder Entgeltgruppe ab A15 oder E15 sind nur circa 5.600 Frauen. 
 
Tandem-Führungen sind eine mögliche Variante, um den Anteil an Frauen in Spitzenpositionen zu erhöhen. „Dadurch wird Frauen, die in Teilzeit arbeiten, ermöglicht, Führungsaufgaben zu übernehmen“, so die Landtagsabgeordnete. Bislang werden Führungsaufgaben in der öffentlichen Verwaltung allerdings nur in Einzelfällen in Jobsharing-Konstellationen wahrgenommen, obwohl die Erfahrungen hiermit nach Aussage des baden-württembergischen Sozialministeriums positiv sind. „Daher muss die Landesregierung die Bildung weiterer, vor allem weiblich besetzter Tandem-Führungen, unterstützen“, forderte Friedlinde Gurr-Hirsch. Die Erhöhung des Frauenanteils in Bereichen, in denen Frauen geringer repräsentiert sind, sie bereits durch das Gesetz zur Verwirklichung der Chancengleichheit von Frauen und Männern im öffentlichen Dienst des Landes Baden-Württemberg (Chancengleichheitsgesetz) der CDU-geführten Vorgängerregierung aus dem Jahre 2005 vorgegeben. Dies gelte unter Wahrung des Vorrangs von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung gerade auch in Vorgesetzten- und Leitungsfunktionen. 
 
 MK

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