Friedlinde Gurr-Hirsch besuchte Bad Rappenauer Förderschule

 

„47 Schülerinnen und Schüler besuchen derzeit die Albert-Schweitzer-Schule. Genauso viele ehemalige Schüler unserer Förderschule sind mittlerweile an der örtlichen Gemeinschaftsschule“, erläuterte RektorVolker Hansen-Ketels bei einem Vor-Ort-Gespräch mit der Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch und Oberbürgermeister Hans-Heribert Blättgen in der Bad Rappenauer Förderschule. Daher müssen einige Förderschullehrer inzwischen an der Gemeinschaftsschule lehren. In den Gemeinschaftsschulklassen führt dies dazu, dass teilweise drei Lehrer gleichzeitig unterrichten.
 
„Für die Schulen ist es ein großes Problem, dass es keine gesetzliche Grundlage gibt, die den Förderbedarf regelt. Die Rektoren vor Ort haben keinerlei Planungssicherheit“, kritisierte Friedlinde Gurr-Hirsch den ihrer Meinung nach unerträglichen Zustand. Sie fordert die grün-rote Koalition dazu auf, hierbei schnellstens Klarheit zu schaffen.
 
Ein weiteres Gesprächsthema war die Inklusion. Die gemeinsame Beschulung behinderter und nicht behinderter Kinder soll in Baden-Württemberg flächendeckend umgesetzt werden. Dies geht zurück auf eine Konvention der Vereinten Nationen, die besagt, dass Regelschulen für Behinderte allgemein geöffnet werden müssen. Für Friedlinde Gurr-Hirsch steht hierbei die Wahlfreiheit der Eltern im Mittelpunkt. Auf Grundlage qualifizierter Beratungen sollen diese frei entscheiden können, welche Schulart für ihr Kind die besten Bedingungen bietet. „Die Inklusion muss mit Bedacht entlang der individuellen Anforderungen der Kinder realisiert werden“, hob die Landtagsabgeordnete hervor. Um die Eltern in ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, bietet die Albert-Schweitzer-Schule Frühberatungen in den Kindergärten an. Dadurch wurde eine Neuorientierung der Schule eingeleitet. „Sie wird zunehmend zum Kompetenzzentrum für Sonderpädagogik und öffnet sich mehr und mehr für Schülerinnen und Schüler mit geistigem oder sozial-emotionalem Förderbedarf“, so die CDU-Politikerin. Sie schätzt das besondere Engagement der Förderschule, an der auch schon seit vielen Jahren eine Bläserklasse besteht.  
 
Durch die Inklusion und die gemeinsame Beschulung klaffen die Leistungsstände der Schülerinnen und Schüler an den Gemeinschaftsschulen mit zunehmendem Alter immer weiter auseinander. „Um dies aufzufangen und alle Schülerinnen und Schüler individuell fördern zu können, braucht es an den Gemeinschaftsschulen dringend eine innere Differenzierung“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch abschließend.
 
MK

Nach oben