Veranstaltung in der Katharinenkapelle

Um über jüdische Familien in Eppingen zu berichten und an ihr schreckliches Leiden zu erinnern, veranstaltete die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch gemeinsam mit dem katholischen Bildungswerk Eppingen, dem CDU-Stadtverband und dem Verein Jüdisches Leben Kraichgau e.V. eine Informations- und Diskussionsveranstaltung. Dabei stand insbesondere Johanna Geissmar im Mittelpunkt. Die jüdische Kinderärztin, deren Mutter aus Eppingen stammte, wurde zunächst ins Lager Gurs deportiert und baute dort mit Anderen eine Krankenbaracke auf. Anstatt selbst zu fliehen, sorgte sie mit Krankmeldungen dafür, dass andere dem Lager entkamen. Später ging die über 60-Jährige freiwillig mit in den ersten Zug nach Auschwitz, um den Leuten zu helfen und vielleicht auch um ihre Geschwister wiederzufinden. Dort starb sie im Jahre 1942.    
 
Seit Februar 2014 gibt es in Mannheim ein Johanna-Geissmar-Gymnasium. An diesem unterrichtet der Geschichtslehrer Martin Geipel, der an diesem Abend anschaulich und lebendig über Johanna Geissmar referierte. „Es ist sehr wichtig, dass die Erinnerungen aus der Zeit der deutschen Judenverfolgung weitergegeben werden. Damit sich solche Verbrechen gegen die Menschlichkeit nicht wiederholen, müssen den nachfolgenden Generationen die Geschehnisse von damals verständlich dargestellt und erklärt werden. Das gelingt am besten anhand von konkreten Personen wie Johanna Geissmar“, so Gurr-Hirsch. Sie dankte abschließend Martin Geipel für seine außerordentlich intensive Aufarbeitung dieser Familiengeschichte und den Mitveranstaltern Josef Semek vom katholischen Bildungswerk und Elisabeth Hilbert vom Verein Jüdisches Leben im Kraichgau e.V. für die hervorragende Kooperation und die würdige Erinnerungskultur, die sich der Verein zur Aufgabe gemacht hat.  
 
MK

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