Friedlinde Gurr-Hirsch MdL und Joachim Kößler MdL unterwegs in Sulzfeld

„Baden-Württemberg ist das Land der Streuobstwiesen. Nirgendwo sonst finden sich größere Flächen dieser wertvollen Lebensräume. Fast jeder zweite Streuobstbaum Deutschlands steht in Baden-Württemberg. Diese sind allerdings zunehmend bedroht. Seit den 1960er Jahren ist fast die Hälfte der Streuobstbäume im Südwesten verschwunden“, betonen die beiden Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch und Joachim Kößler im Rahmen der Vor-Ort-Aktion Streuobst in Sulzfeld. Die beiden CDU-Politiker wollen diesen negativen Trend stoppen und mit dem Besuch des neuen Streuobstlehrpfads in Sulzfeld gemeinsam mit der Bürgermeisterin Sarina Pfründer auf die besorgniserregende Entwicklung aufmerksam machen.
 
Viele der kleineren Obstbaumwiesen werden heute von den Eigentümern nicht mehr gepflegt und abgeerntet. Dies hat insbesondere damit zu tun, dass der Preis für Tafelobst und Mostobst nicht mehr dem Aufwand entspricht. Dabei erfüllt eine Streuobstwiese nicht nur die Funktion der Obst- und Saftproduktion. Die vielfältigen ökologischen Funktionen dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Die Biodiversität in den Streuobstwiesen ist enorm. „Sie bieten Lebensraum für rund 5.000 Tier- und Pflanzenarten sowie etwa 3.000 verschiedene Obstsorten“, konstatieren Friedlinde Gurr-Hirsch und Joachim Kößler.
 
Um unsere Obstbäume nachhaltig im Sinne der Landschaftskultur zu erhalten, greift die von der grün-roten Landesregierung lange angekündigte Streuobstkonzeption, die nun endlich vorliegt, viel zu kurz. „So müssen beispielweise für eine Förderung des fachgerechten Baumschnitts in Höhe von 15 Euro pro Baum zu viele und nicht deutlich vermittelte Voraussetzungen erfüllt werden“, kritisieren die beiden Abgeordneten der CDU-Landtagsfraktion. Diese prüft derzeit, inwiefern eine regelmäßige Baumpflege über Ökopunkte bei der Flächenagentur des Landes darstellbar ist.
 
Darüber hinaus fordern Friedlinde Gurr-Hirsch und Joachim Kößler die Landesregierung dazu auf, dass Streuobstkonzept zu modifizieren und bei der praktischen Umsetzung die Obst- und Gartenbauvereine zu beteiligen. „Diese verfügen über ein großes Fachwissen und leisten schon seit vielen Jahren hervorragende und nutzenbringende Arbeit zugunsten unserer heimischen Landschaft“, so Gurr-Hirsch und Kößler, die sich auch dafür aussprechen, dass die Obst- und Gartenbauvereine beim Bauen im Außenbereich baurechtliche Erleichterungen erfahren, um Baumpflegemaschinen oder Mähgeräte im Außenbereich in geeigneten Baulichkeiten unterstellen zu können.
 
MK

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