Kleine Museen zukunftsfähig machen

Informationsveranstaltung zur erfolgreichen Ausgestaltung kleiner Museen

„Kleine Museen sind eine wichtige Infrastruktur des Kulturlebens und des Tourismus im ländlichen Raum“, betonte die Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart Friedlinde Gurr-Hirsch MdL im Rahmen einer gut besuchten Informationsveranstaltung zur Zukunftsfähigkeit kleiner Museen in Brackenheim-Botenheim. Dazu konnte die CDU-Politikerin gemeinsam mit der ehrenamtlichen Leiterin des örtlichen Heimatmuseums Christa Brückner und Dr. Axel Burkardt von der staatlichen Beratungsstelle für Museumsbetreuung mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer begrüßen. Diese zeigten sich vom Charakter und den Konzepten des Botenheimer Museums begeistert. „Unterstützt mit ELR-Mitteln des Landes hat Christa Brückner mit großartigem ehrenamtlichen Engagement aus dem alten Botenheimer Rathaus ein museales Schmuckstück gemacht, das von allen Besucherinnen und Besuchern sehr gelobt wird“, so Gurr-Hirsch.
 
Die Anzahl kleiner Museen ist in den letzten Jahren leicht gestiegen. In Baden-Württemberg gibt es mittlerweile circa 1.300 vielfältige museale Einrichtungen, die zu über 90 Prozent in kommunaler oder privater Trägerschaft sind. „Die überwiegende Mehrzahl der Einrichtungen ist traditionell fest in die Vereinskultur der Gemeinden eingebunden. Dies erfolgt direkt durch Vereinsträgerschaften, durch die Kooperation der Kommunen mit örtlichen Heimat- und Geschichtsvereinen oder eigens gegründeten Freundeskreisen und Fördergesellschaften“, erläuterte Friedlinde Gurr-Hirsch. Sie ist davon überzeugt, dass diese Museen die Attraktivität der Tourismusregion Baden-Württemberg erheblich steigern und für viele Kulturreisende beliebte Anziehungspunkte sind. „Dazu tragen auch moderne Darstellungs- und Vermittlungskonzepte bei, die viele Museen im Land zielgruppenspezifisch entwickelten und von den unterschiedlichen Besuchergruppen gerne angenommen werden“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
Der Großteil der Museen in Baden-Württemberg liegt im ländlichen Raum. „Nur 35 Prozent der Museen im Land sind urbanen Regionen zuzuordnen“, so die Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart. Dieser kulturelle Schatz müsse erhalten bleiben. „Wir brauchen auch in Zukunft nicht nur Leuchtturmprojekte, sondern weiterhin auch ansprechende Kulturangebote in der Fläche“, forderte Friedlinde Gurr-Hirsch. Dazu trage die bereits im Jahre 1979 unter CDU-geführter Landesregierung eingerichtete Landesstellte für Museumsbetreuung in besonderem Maße bei. Diese unterstützt nichtstaatliche Museen, Sammlungen und museale Einrichtungen in Baden-Württemberg bei der Erfüllung ihrer Aufgaben. Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer gut strukturierten, lebendigen und besucherfreundlichen Museumslandschaft.
 
Damit dies überall in Baden-Württemberg gelingt, wurde bei der Informationsveranstaltung die 4-P-Strategie vorgestellt. Sie steht für Personifizierung, Personalisierung (Persönliche Vermittlung), Partizipation (Mitmachmuseen) und Performativität (Ereignischarakter). Dies sind laut Experten die wichtigsten Grundlagen erfolgreicher Museen. Neue Chancen bietet dabei auch das Internet. Dadurch können jüngere Mitbürgerinnen und Mitbürger angesprochen und über das Web 2.0 an der Ausarbeitung von neuen Konzepten auch direkt beteiligt werden.
 
Darüber hinaus berichtete Günther Dlabal in seiner Funktion als Jurymitglied des Wettbewerbs „Vorbildliches Heimatmuseum“ im Regierungsbezirk Stuttgart über die Kriterien dieses Museumspreises. Maßgebend für die Preisvergabe seien eine lebendige Darstellung und Besucherfreundlichkeit, das ehrenamtliche Engagement sowie ein wissenschaftliches Konzept, das vor allem die wahrheitsgetreue Geschichtsvermittlung berücksichtige. Bei erfolgreichen Museen gehe es nicht um die Bewahrung der Asche, sondern insbesondere um das Weitertragen des Feuers.
 
MK

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