"Württemberger in der europäischen Weinbaufamilie"

Vortrag von Friedlinde Gurr-Hirsch

 
„Schon in der Bibel spielte der Wein eine bedeutende Rolle. Bis heute handelt es sich dabei um ein viel konsumiertes und wichtiges Kulturgetränk“, betonte die Landtagsabgeordnete und frühere Landwirtschaftsstaatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch im Rahmen einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Weinbau im Seminar Schönblick in Schwäbisch Gmünd. Dabei ging die Landtagsabgeordnete insbesondere auf die heutigen Herausforderungen des heimischen Weinbaus ein. Grundlage hierfür ist die Europäische Weinmarktordnung. „Diese regelt seit 1970 die Marktorganisation für Wein in Europa und ist Teil der EU-Agrarpolitik. Ziel dieser gemeinsamen Politik ist es, die Märkte zu stabilisieren und der vom Weinbau lebendenden landwirtschaftlichen Bevölkerung eine angemessene Lebenshaltung zu gewährleisten“, so Gurr-Hirsch. Dies sei europaweit grundsätzlich stets gelungen. „Allerdings bestehen in den verschiedenen EU-Mitgliedstaaten nach wie vor große Unterschiede in der Weinproduktion, weshalb wir uns auf europäischer Ebene weiterhin für die Interessen unserer Winzerinnen und Winzer einsetzen müssen“, hob die CDU-Politikerin hervor. Ziel müsse es sein, den ländlichen Raum in Baden-Württemberg für die Bevölkerung und die Weinwirtschaft attraktiv zu halten.
 
Eine besondere Herausforderung im Südwesten ist der Weinbau in Steillagen. „Diese jahrhundertealte Art der Traubenerzeugung ist teuer, zeitaufwändig und mühselig. Sie hat allerdings einen hohen gesellschaftlichen Nutzen. Die Mauerweinberge garantieren eine hohe Biodiversität und prägen unsere Kulturlandschaft“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch. Da der Arbeitsaufwand in den Steillagen etwa um den Faktor drei höher sei als bei Rebanlagen in der Ebene, müsse die Bewirtschaftung von Steillagen weiterhin in ausreichendem Maße gefördert werden. „Sonst haben wir in wenigen Jahren verkarstete Landschaften“, so Gurr-Hirsch abschließend.
 
MK

Nach oben