EU will einheitliche Einpersonengesellschaften

Parlamentarische Anfrage von Friedlinde Gurr-Hirsch

Die Europäische Union will die rechtlichen Bedingungen für so genannte Einpersonengesellschaften stärker vereinheitlichen und legte hierzu einen Richtlinienentwurf vor. „Dieser zielt darauf ab, bestehende Hindernisse für grenzüberschreitende Aktivitäten von Einpersonengesellschaften zu beseitigen. Die EU-weite Gründung von Unternehmen mit nur einem Anteilseigner soll erleichtert werden und aufwändige Verfahren zur Eintragung von Tochtergesellschaften sollen überflüssig werden“, betonte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch, die hierzu eine parlamentarische Anfrage an die Landesregierung stellte.
 
Friedlinde Gurr-Hirsch, die auch Mitglied im Europaausschuss des Landtages ist, ist der Abbau von überbordender EU-Bürokratie ein wichtiges Anliegen. „Wenn insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen die grenzüberschreitende Tätigkeit erleichtert wird, ist dies aus baden-württembergischer Sicht zu begrüßen“, hob die CDU-Landespolitikerin hervor. Allerdings dürfe dies nicht zu Lasten von Verlässlichkeit und Verbraucherschutz erfolgen. „Dass es den Einpersonengesellschaften ermöglicht werden soll, dauerhaft mit einem Mindestkapital von lediglich einem Euro zu operieren, trägt nicht zu einem angemessenen Gläubigerschutz bei“, konstatierte die Landtagsabgeordnete. Sie fordert die grün-rote Koalition dazu auf, die weitere Ausarbeitung des Richtlinienentwurfs konstruktiv zu begleiten und sich für die Wahrung von Verbraucherbelangen einzusetzen. „Ein EU-Recht zur Gründung von Einpersonnengesellschaften findet nur Akzeptanz, wenn dieses Erleichterungen für Unternehmen bietet und das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die neue Rechtsform gewährleistet ist“, so Gurr-Hirsch.
 
MK

Nach oben