Das Land Baden-Württemberg ist bundesweit am stärksten vom Fachkräftemangel in den MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) betroffen

In diesem Bereich kommen derzeit rechnerisch 2,13 offene Stellen auf eine arbeitslose Person. Aufgrund der demografischen Entwicklung wird Baden-Württemberg künftig mit noch größeren Fachkräfteengpässen zu kämpfen haben als heute. Deshalb muss die Landesregierung verstärkt dazu beitragen, das Interesse von Jungen und Mädchen für Naturphänomene und Technik bereits in frühen Jahren spielerisch zu wecken“, betonte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich der Beantwortung ihrer parlamentarischen Anfrage zu Maßnahmen und Initiativen zur besseren Heranführung von Kleinkindern an Ingenieur- und Naturwissenschaften.
 
„Naturphänomene, Technik und Mathematik sind Teil der kindlichen Lebenswelt und üben eine große Faszination gleichermaßen auf Jungen und Mädchen aus. Sie haben ein natürliches Bedürfnis, die sie umgebenden Erscheinungen der Natur zu verstehen. Hier kann angesetzt werden, um den Fachkräftemangel langfristig zu bekämpfen“, so Gurr-Hirsch. Seitens der Wirtschaft gibt es zahlreiche Initiativen zur Förderung der Technikbegeisterung im Kleinkindalter. Beispielhaft ist das Projekt TECHNOlino vom Arbeitgeberverband Südwestmetall. „Im Rahmen dieses seit 2006 bestehenden Projektes werden Forscherecken in Kindergärten errichtet. Außerdem können die Mädchen und Jungen durch enge Kooperationen mit Unternehmen vor Ort Einblicke in die Arbeitswelt erhalten und technische und naturwissenschaftliche Phänomene hautnah erleben und erproben“, hob die Landtagsabgeordnete hervor.
 
Damit naturwissenschaftliche Phänomene und das Experimentieren zu einem selbstverständlichen Bestandteil in Kindertageseinrichtungen werden, hat Südwestmetall darüber hinaus die Technik-ErzieherInnen-Akademie (TEA) ins Leben gerufen. „Dabei handelt es sich um ein Aus- und Weiterbildungsangebot für Erzieherinnen und Erzieher, das die technische und naturwissenschaftliche Förderung von Kindern stärkt“, lobte Friedlinde Gurr-Hirsch. Ihrer Meinung nach ist eine kontinuierliche MINT-Bildung entlang der gesamten Bildungskette beginnend ab dem frühkindlichen Bereich von entscheidender Bedeutung, um Begabungsreserven besser auszuschöpfen und eine systematische Nachwuchsförderung zu realisieren.
 
MK

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