Informations- und Diskussionsveranstaltung in Eppingen

„Die Integrationspolitik braucht den Sport, da dieser sich optimal eignet, um Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen zu bringen“, betonte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch im Rahmen einer Podiumsdiskussion zur Bedeutung der Integrationsarbeit von Sportvereinen in der Eppinger Schulmensa. „Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels benötigt der Sport für seine eigene Weiterentwicklung und eine zukunftsorientierte Nachwuchsarbeit allerdings auch eine offene Auseinandersetzung mit dem Thema Integration“, so Gurr-Hirsch. Es bestehe eine gegenseitige Abhängigkeit. Um diese Verbundenheit heute und in Zukunft optimal zu gestalten, informierten und diskutierten der Schulamtsdirektor des Staatlichen Schulamtes Heilbronn Wolfgang Seibold, der Konrektor der Hellberg-Gemeinschaftsschule Andreas Schey, die Integrationsbeauftragte Sabine Vogel, Edith Kobold vom Turnverein 1865 Eppingen und Murat Lekesiz von der Eppinger Mevlana Moschee sowie die Vorsitzende der Deutsch-Russisch-Ukrainischen Gesellschaft Eppingen e.V (DRUG) Vera Haas unter der Moderation von Friedlinde Gurr-Hirsch kompetent und anschaulich über ihre Erfahrungen.
 
Sergej Gergert vom Landessportverband Baden-Württemberg stellte darüber hinaus das Spiel Gorodki vor. Sein Ziel ist es, das alt-russische Wurfspiel bei den deutsch-russisch-ukrainischen Jugendlichen bekannt zu machen. Diese sollen dadurch in die traditionellen Sportvereine integriert werden. „Ich denke, dass in der Einführung von Gorodki für die örtlichen Sportvereine eine große Chance liegt, die deutsch-russische Bevölkerungsgruppe anzusprechen“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch, die auch Mitglied des Integrationsausschusses des baden-württembergischen Landtages ist und sich schon seit vielen Jahren für die Eingliederung von russlanddeutschen Aussiedlern engagiert. 
 
Anschließend wies Susanne Kugler in einem kurzen Impulsreferat auf die Besonderheiten hin, die beim Schwimmen mit gläubigen Muslimminnen beachtet werden müssen. Sie bietet in Neckarsulm muslimischen Frauen Schwimmkurse an. „Dabei muss vor allem an den ersten Kurstagen sehr sensibel vorgegangen werden, um Vertrauen zu schaffen“, hob Susanne Kugler hervor.
 
Untermalt und kulturell bereichert wurde die Veranstaltung von einer Folkloregruppe der Mevlana Moschee Eppingen sowie der DRUG-Tanzgruppe „Libelle“, die den interessierten Gästen erstklassige tänzerische Darbietungen boten. „Es war ein gelungener Nachmittag, der wieder einmal vor Augen führte, welche kulturelle Vielfalt in Eppingen zuhause ist und wie wichtig es ist, gerade junge Menschen mit Hilfe des Sports besser zu integrieren“, lobte Friedlinde Gurr-Hirsch abschließend die von der Stadt Eppingen mitorganisierte Veranstaltung.
 
MK

Nach oben