Vor Ort beim Unternehmen Bauer Kompost in Bad Rappenau

Auf Einladung des CDU-Stadtverbands Bad Rappenau und der Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch war es allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern möglich, sich über alternative Energieformen zu informieren sowie kritisch auszutauschen. Bei der aus zwei Teilen bestehenden Veranstaltung erfolgte bei der Firma Bauer Kompost GmbH zunächst ein von Manfred Bauer geführter Rundgang über das Betriebsgelände. Anschließend erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei einem Informations- und Diskussionsabend mit Prof. Dr. Marcus Mattis, Energieunternehmensberater und Honorarprofessor an der Fakultät für Energie-, Verfahrens- und Biotechnik der Universität Stuttgart, umfassende Hintergründe zur Energiewende. 
 
Nach der bis dahin unvorstellbaren Reaktorkatastrophe von Fukushima war es zwingend geboten, die Energieversorgung in Deutschland neu zu bewerten. Die CDU-geführte Bundesregierung beschloss den Ausstieg aus der Kernenergie bis zum Jahr 2022, was auch die Energiepolitik in Baden-Württemberg vor eine historische Zäsur stellt. „Bisher decken die Kernkraftwerke noch knapp 50 Prozent unseres Strombedarfs. Diese Energiemenge muss verlässlich ersetzt werden. Es ist von zentraler Bedeutung wo und vor allem wie wir in Zukunft die notwendigen Strommengen erzeugen werden“, hob Friedlinde Gurr-Hirsch im Rahmen der Veranstaltung hervor. Ihrer Meinung gibt es bei der Umsetzung der Energiewende keine einfachen Lösungen. Jeder Einsatz der erneuerbaren Energien habe Sonnen- und Schattenseiten.
 
Eine viel diskutierte Möglichkeit zur Strom- und Wärmeerzeugung ist die Verwendung von Biomasse. Dies ist ein wichtiges Tätigkeitsfeld der Bauer Kompost GmbH, einem vielfältigen Dienstleister für Humusprodukte und Biomassebrennstoffen mit eigenem Heizkraftwerk und mehr als 50 Beschäftigten. „Mit dem Unternehmen Bauer hat Bad Rappenau einen sehr verlässlichen Wärmelieferanten. Bislang hat es noch nie Probleme gegeben“, betonte die CDU-Stadtverbandsvorsitzende Gabriele Zimmermann.
 
Prof. Dr. Marcus Mattis ging in seinem Vortrag insbesondere auf die derzeitige Versorgungssituation sowie die notwendigen Maßnahmen zur erfolgreichen Umsetzung der Energiewende ein. „Dazu zählt vor allem der Ausbau der Verteilnetze. Wir brauchen dringend leistungsfähige Stromleitungen vom Norden in den Süden Deutschlands“, forderte Prof. Dr. Marcus Mattis. Er erläuterte die europäischen Abhängigkeiten und Verflechtungen im Stromsektor und betonte die zunehmende Bedeutung von Energieeffizienz. „Die Ziele der Energiewende sind nur zu erreichen, wenn wir im Gleichschritt mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien in erheblichem Umfang Energie einsparen“, so Mattis.
 
Bei der Diskussionsrunde waren sich die Anwesenden darin einig, dass die Stromerzeugung mit erneuerbaren Ressourcen realistisch und mit Augenmaß erfolgen muss. „Es gibt noch genug zu tun“, fasste Friedlinde Gurr-Hirsch abschließend zusammen. Sie hob hervor, dass Versorgungssicherheit sowie bezahlbare Energie für private Konsumenten und Industrie, neben dem wichtigen Umwelt- und Klimaschutz, oberste Ziele der Politik sein müssen.
 
MK

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