AG Frauenpolitik im Gespräch mit Beate Beck-Deharde

Die Arbeit und die politischen Anliegen des Verbands der Unternehmerinnen standen im Mittelpunkt der aktuellen Sitzung der Arbeitsgruppe Frauenpolitik der CDU-Landtagsfraktion mit Beate Beck-Deharde, der stellvertretenden Landesvorsitzenden des Verbands deutscher Unternehmerinnen. Dabei ging es insbesondere um die 30-Prozent-Frauenquote, die der Bund ab 2016 für die Aufsichtsräte von voll mitbestimmungspflichtigen und börsennotierten deutschen Unternehmen einführen will. Beate Beck-Deharde unterstützt diesen Vorschlag. „Wir sprechen uns für eine Frauenquote bei den DAX-Unternehmen aus. Dies ist die effektivste Möglichkeit, in den Führungsebenen der Großkonzerne ein besseres Geschlechterverhältnis zu erzielen“, betonte die Vorsitzende der Arbeitsgruppe Frauenpolitik und stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Friedlinde Gurr-Hirsch. Sie stellte aber heraus, dass der Mittelstand und die Mitglieder ihres Verbandes eine solche Verpflichtung nicht bräuchten. Schließlich seien dort bereits 30 Prozent Frauen in Führungspositionen.
 
Danach thematisierten Beate Beck-Deharde und die anwesenden weiblichen und männlichen Abgeordneten die ungleiche Bezahlung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Für die Gesprächsteilnehmer ist es selbstverständlich, dass Frauen und Männer für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten müssen. „Derzeit verdienen Männer in Deutschland im Durchschnitt 23 Prozent mehr als Frauen. Selbst wenn man die Beschäftigungssituation von Frauen berücksichtigt, die häufiger in Berufsgruppen mit geringeren Aufstiegschancen, schlechterer Bezahlung und Teilzeit arbeiten, verbleibt ein Einkommensgefälle von acht Prozent. Nach unserem Verständnis einer gleichberechtigten Gesellschaft ist dies nicht länger hinnehmbar“, so die Landtagsabgeordnete Gurr-Hirsch.
 
Weiteres Gesprächsthema war die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Beate Beck-Deharde sprach sich für flexible Arbeitszeiten aus. Allerdings dürfen entsprechende Maßnahmen nicht nur einseitig die Wirtschaft belasten. Auch die derzeitigen Reformvorhaben, wie die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren oder der Mindestlohn, beeinträchtigen ihrer Ansicht nach vor allem die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen.
 
Darüber hinaus forderte Frau Beate Beck-Deharde eine stärkere Verankerung von Wirtschaftsthemen in der Bildung der Schülerinnen und Schüler. Sie kritisierte die Bildungspolitik der grün-roten Landesregierung, die vor allem auf den Ausbau der Gemeinschaftsschule abzielt. Dies führt ihrer Meinung nach zu einer Nivellierung nach unten. „Hinzu kommt die Streichung von 11.600 Lehrerstellen, wodurch wir Gefahr laufen, dass die hohe Bildungsqualität an den baden-württembergischen Schulen auf der Strecke bleibt“, hob Friedlinde Gurr-Hirsch abschließend hervor.  
 
MK
 

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