Kleingartenwesen in Baden-Württemberg

Das Kleingartenwesen in Baden-Württemberg nimmt sowohl aus ökologischer Sicht als auch aus städtebaulicher und sozialer Sicht einen hohen Stellenwert ein

„Die Kleingartenvereine in Baden-Württemberg tragen dazu bei, in den Städten natürliche Lebensräume zu erhalten. Sie fördern Eigeninitiative sowie Verantwortung im unmittelbaren Kontakt mit der Ressource Natur und motivieren zum umweltgerechten Gärtnern“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich der nun vorliegenden Antwort des Ministeriums für Ländlichen Raum auf eine von der CDU-Landtagsabgeordneten initiierten Abfrage.
 
„Darüber hinaus erzeugen Kleingartenanlagen Sauerstoff, binden Staub, befeuchten und kühlen die Luft und tragen damit zur Verbesserung des innerstädtischen Klimas bei“, hob Friedlide Gurr-Hirsch hervor. Größte Herausforderung des Kleingartenwesens im Südwesten ist der demografische Wandel. Aus der Landtagsanfrage geht hervor, dass das Durchschnittsalter der Kleingärtnerinnen und Kleingärtner in Deutschland bei nahezu 60 Jahren liegt.
 
Um das Gärtnern in fortgeschrittenem Alter weiterhin zu ermöglichen, kommen zunehmend Hochbeete zum Einsatz. „Dadurch müssen sich die Kleingärtner bei der Gartenarbeit nicht mehr bücken. Zudem sprießt weniger Unkraut, da der Hauptsamenflug am Boden stattfindet“, lobte Friedlinde Gurr-Hirsch die innovative Antwort der Kleingärtner auf den demografischen Wandel.
 
Ein weiterer Ansatz um dem demografischen Wandel zu begegnen besteht in der Jugendarbeit der kleingärtnerischen Organisationen. Diese führt junge Menschen an das Thema Garten heran und umfasst neben der Schreberjugend auch die Zusammenarbeit mit Schulen im Bereich der Schulgartenarbeit. „Beispielsweise bietet die Schulgarten-Beauftragte des Landesverbandes der Gartenfreunde Baden-Württemberg e.V. im Rahmen von Projekttagen und Kooperationen mit Bildungseinrichtungen praxisbezogenen Unterricht an. Auch die Überlassung von Kleingartenparzellen an Schulen stellt eine Form der Zusammenarbeit dar“, lobte die Landtagsabgeordnete. „Die Landesregierung muss solche Kooperationen auch weiterhin unterstützen und Informationen, Beratungsangebote und Forschungsergebnisse seitens der entsprechenden Landesanstalten bereitstellen“, forderte Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
Darüber hinaus kann die zunehmende Vereinsintegration von Menschen mit Migrationshintergrund dazu beitragen, das Kleingartenwesen in Baden-Württemberg noch zukunftsfähiger zu gestalten. Dies hilft allen Beteiligten. „Die Arbeit im Kleingarten unterstützt Migrantinnen und Migranten bei der Integration und gesellschaftlichen Teilhabe. Kleingärtnerinnen und Kleingärtner mit Migrationshintergrund bereichern wiederum das Kleingartenvereinswesen“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch, die auch Mitglied im Integrationsausschuss des Landtages ist.
 
Weiteres Thema des Antrages war die Bedeutung von Kleingartenanlagen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen, da insbesondere in den Städten die Ressource Boden stark begrenzt ist. Friedlinde Gurr-Hirsch setzt sich dafür ein, Kleingartenanlagen hierbei stärker zu berücksichtigen. „Dauerhaft ökologisch aufgewertete Kleingartenanlagen müssen künftig als Ausgleichsflächen anerkannt werden“, forderte die CDU-Politikerin.
 
MK

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