Barrierefreie Gemeinde

Gut besuchte Informations- und Diskussionsveranstaltung

Die Geschäftsführerin des Landesverbandes für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung e.V. Jutta Pagel-Steidl referierte in der Seniorenwohnanlage Haus Ahorn in Beilstein über das Zukunftsthema Barrierefreiheit. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der immer älter werdenden Gesellschaft wird eine barrierefreie Infrastruktur für die Städte und Gemeinden in Baden-Württemberg zunehmend zu einem Standortvorteil. „Kommunen können Barrierefreiheit in verschiedenen Aufgabenfeldern umsetzen: bei der Gestaltung von Bürgerdiensten, in der Bauleitplanung, in der Homepagegestaltung und in den Bereichen Bildung und Erziehung sowie im Freizeit-, Kultur- und Sportwesen“, betonte Jutta Pagel-Steidl, die sich sehr darüber freute, dass neben der Geschäftsführerin des Haus Ahorn Andrea Stoll auch Bürgermeister Patrick Holl unter den Gästen war.
 
Friedlinde Gurr-Hirsch setzt sich schon seit vielen Jahren für die universelle Zugänglichkeit aller kommunalen Einrichtungen ein. Sie möchte dem Anliegen mobilitätsbehinderter Menschen eine breite Aufmerksamkeit und ein öffentliches Forum verschaffen, um auf diese Weise zu verdeutlichen, dass Barrierefreiheit oft mit einfachen Mitteln zu realisieren ist. „Barrierefreiheit schafft mehr Lebensqualität für alle. Sie ist für 40 Prozent der Bevölkerung notwendig und für zehn Prozent der Menschen in Deutschland unabdingbar“, hob Friedlinde Gurr-Hirsch hervor. Dies bestätigten Bürgermeister Patrick Holl und der CDU-Fraktionsvorsitzende Oliver Kämpf, die aufkommende Fragen zur Barrierefreiheit in Beilstein gerne beantworteten.
 
Die demografische Veränderung und die seit 2009 verbindlich geltende UN-Behindertenrechtskonvention fordern eine umfassende Barrierefreiheit für eine inklusive Gesellschaft. „Dies nehmen die baden-württembergischen Kommunen ernst“, so Jutta Pagel-Steidl. Unabhängig von der Größe der Gemeinde übernehmen sie vor Ort Verantwortung und engagieren sich für mehr Barrierefreiheit und entsprechende Angebote. „Dennoch gibt es nach wie vor Handlungsfelder mit erheblichem Nachholbedarf. Dazu zählen insbesondere der Öffentliche Nahverkehr, der Wohnungsbau sowie die Bereiche Gastronomie und Tourismus“, so Gurr-Hirsch.
 
MK

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