Gedenkfeier des Landtages für die Opfer des Nationalsozialismus

Friedlinde Gurr-Hirsch vertrat die CDU-Landtagsfraktion

 
Bei der diesjährigen zentralen Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus erinnerte der Landtag von Baden-Württemberg in Fichtenau im Landkreis Schwäbisch Hall im Besonderen an das Schicksal der Jenischen. „Angesichts des Leides, das die Gruppe der Jenischen im Dritten Reich erfuhr, wird deutlich, wie notwendig die Akzeptanz von Unterschieden und Pluralität ist. Um unserer selbst und der nachfolgenden Generationen willen müssen wir unsere Demokratie gegen jegliche Feinde verteidigen und Vorurteile bekämpfen“, betonte die stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Friedlinde Gurr-Hirsch im Rahmen der Veranstaltung.
 
Die Jenischen fielen durch das abartige Raster des NS-Staates und gerieten in die Fänge von Hitlers Verfolgungs- und Vernichtungsapparat, weil sie wegen ihres jahrhundertealten fahrenden Lebensstils als asozial diffamiert und als besonders minderwertig gebrandmarkt wurden. „Es muss alles dafür getan werden, dass sich dieses traurige Kapitel deutscher Geschichte keinesfalls wiederholt“, konstatierte die Landtagsabgeordnete.
 
Akzeptanz von Unterschieden sei ein Grundpfeiler der Demokratie. Vielfalt sei keine Last, sondern eine Chance. „Jede Gemeinschaft, jede Organisation, jede Stadt und auch jede überschaubare Gemeinde wie Fichtenau wird auf Dauer reicher werden und mehr Erfolg haben als andere, wenn sie mit dem Verschiedensein der Menschen positiv, wissbegierig und konstruktiv umgeht“, hob Friedlide Gurr-Hirsch hervor.
 
Dass die Gedenkfeier des Landtages speziell den Jenischen gewidmet war, bedeutet nicht, dass die Schoah und der Genozid an den Sinti und Roma aus dem Blick verloren werden. In Trauer, Scham und Ehrfurcht wurde in Fichtenau an alle Opfer des Nationalsozialismus gedacht.
 
MK

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