Promotionen und Habilitationen von Frauen in Baden-Württemberg

Friedlinde Gurr-Hirsch: "Wachsender Frauenanteil bei den Promotionen und Habilitationen in Baden-Württemberg ist sehr erfreulich."

„Ich freue mich, dass der Frauenanteil bei den Promotionen und Habilitationen in Baden-Württemberg in den letzten zehn Jahren stetig gestiegen ist. Dies zeigt, dass die Generation junger Frauen ihren männlichen Kollegen in Sachen Qualifikation in nichts mehr nach steht“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich des Eingangs der Antwort auf ihre Anfrage zur Situation bei Promotionen und Habilitationen von Frauen in Baden-Württemberg. Daraus ist zu entnehmen, dass der Anteil von Frauen bei den Promotionen im letzten Jahr 46 Prozent betrug, während dieser Wert im Jahr 2003 noch bei 35 Prozent lag (siehe Anlage).  
 
Hervorzuheben ist auch, dass im MINT-Bereich (Fächergruppen Mathematik, Naturwissenschaften sowie Ingenieurwissenschaften) der Frauenanteil bei den Promotionen in den letzten zehn Jahren um zwölf Prozent auf nunmehr 38 Prozent gestiegen ist. „Wir sind auf einem guten Weg. Die Frage nach typischen Frauen und Männerberufen darf sich nicht mehr stellen“, gab Gurr-Hirsch die Zielrichtung vor.
 
Allerdings sinkt der Frauenanteil nach der Promotion. Bei den Habilitationen lag dieser Wert im Jahr 2003 bei lediglich 19 Prozent und im Jahr 2012 bei 25 Prozent. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die Zeit nach der Promotion ist die am wenigsten klar definierte Phase in der wissenschaftlichen Laufbahn. Sie ist häufig geprägt von befristeten Beschäftigungsverhältnissen und mehrmaligem Wechsel zwischen Auslandsaufenthalten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen und Stipendien. Dazu kommt, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sich in dieser Lebensphase nicht einfach darstellt. Hier muss die Landesregierung weitere Verbesserungen anstellen. „Frauen müssen auf ihrem Karriereweg individuell gefördert und unterstützt werden“, forderte Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
MK

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