Anlässlich des 275. Jahrestages der Hinrichtung von Joseph Süß Oppenheimer

Vor 275 Jahren, am 4. Februar 1738, wurde Joseph Süß Oppenheimer am Stuttgarter Galgenberg hingerichtet. Heute ist bewiesen, dass es sich dabei um einen Justizmord handelte. Diesem war ein Schauprozess vorausgegangen, in dessen Verlauf es zu zahlreichen Rechtsbrüchen kam. Joseph Süß Oppenheimer war ein tüchtiger sowie erfolgreicher Geschäftsmann und Bankier jüdischer Herkunft. Er wurde zum Sündenbock für die Verfehlungen des verstorbenen, ungeliebten Herzogs Carl Alexander gemacht, für den er als Finanzberater gearbeitet hatte.
 
Um ihn an ihn zu erinnern, veranstaltete der Landtag von Baden-Württemberg im Stuttgarter Haus der Katholischen Kirche eine Gedenkfeier. Mit dabei war die Stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Friedlinde Gurr-Hirsch. „Judenfeindlichkeit gibt es schon sehr lange und sitzt tief. Die Geschichte fordert von uns stetige Aufmerksamkeit und konsequentes Vorgehen gegen Antisemitismus“, betonte die Landtagsabgeordnete im Rahmen der Veranstaltung. „Das Schicksal von Joseph Süß Oppenheimer mahnt uns, Rassismus und Intoleranz beherzt entgegenzutreten“, so Gurr-Hirsch.
 
Höhepunkt der Gedenkveranstaltung war eine von Dr. Susanne Kaufmann (SWR 2 Landeskulturredaktion Baden-Württemberg) moderierte Gesprächsrunde. Dabei vertieften die Fraktionsvorsitzenden Peter Hauk (CDU), Edith Sitzmann (Grüne), Claus Schmiedel (SPD) und Dr. Hans-Ulrich Rülke (FDP/DVP) das Thema Antisemitismus und gingen insbesondere auf Maßnahmen zum Schutz religiöser Minderheiten ein.
 
MK

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