Stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Friedlinde Gurr-Hirsch MdL: "Eine Umsetzung der geplanten EU-Regelungen zur Herkunftsbezeichnung von Produkten würde die Unternehmen im Land mit einem hohen zeitlichen und finanziellen Mehraufwand belasten."

Die Europäische Kommission hat im Rahmen ihres so genannten „Produktsicherheits- und Marktüberwachungspaketes“ vorgeschlagen, dass bei Konsumprodukten zukünftig eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung eingeführt werden soll. „Bislang ist eine „Made-in“-Etikettierung freiwillig und prinzipiell die autonome Entscheidung der Produzenten“, erklärt Friedlinde Gurr-Hirsch. Eine Veränderung dieser Regelungen und zusätzliche Vorgaben aus Brüssel lehnt die Landtagsabgeordnete ab. „Wir brauchen keine neuen Bürokratielasten“, betont Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich einer nun vorliegenden Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten. Darin ist festgehalten, dass sich auch die grün-rote Landesregierung für eine Beibehaltung der bestehenden Regelungen zur Herkunftskennzeichnung einsetzt.
 
Die Ursprünge der Warenmarkierung „Made in Germany“ liegen im Jahr 1887. Damals wurde in Großbritannien zum Schutz der einheimischen Industrie ein Gesetz eingeführt, dass auf allen importierten Waren die Angabe des Herkunftslandes verlangte. Damit sollte die kostengünstigere Auslandskonkurrenz, die sich teilweise auch der Nachahmung bediente, deklassiert werden. Aufgrund der zunehmenden Qualität deutscher Produkte entwickelte sich der anfänglich negativ besetzte Begriff „Made in Germany“ im Laufe der Zeit allerdings mehr und mehr zu einem Gütesiegel. „Heute wird das Label „Made in Germany“ in zahlreichen Branchen mit dem Anspruch auf qualitativ hochwertige, langlebige und innovative Produkte verbunden, weshalb es für die deutsche und baden-württembergische Wirtschaft im internationalen Wettbewerb von großer Bedeutung ist“, erläutert Friedlinde Gurr-Hirsch. Ihrer Meinung nach sollte die Angabe des Herkunftslandes allerdings nicht zur Pflicht werden, da dies vor allem für kleine und mittlere Unternehmen eine ungerechtfertigte Belastung darstellen würde. „Insbesondere der baden-württembergische Mittelstand, der seine Artikel häufig in geringer Stückzahl produziert, würde unter diesen EU-Vorgaben leiden“, so Gurr-Hirsch.
 
MK

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