Eine Führung durch Eppingen mit Friedlinde Gurr-Hirsch

Aufgrund der Initiative von Friedlinde Gurr-Hirsch MdL trafen sich zahlreiche Interessierte am 8. August auf dem Eppinger Marktplatz, um unter der Führung von Helga Frank und Birgit Tuischer auf den Spuren des jüdischen Lebens in Eppingen zu wandeln. Die Fachwerkstadt im Kraichgau hat eine bewegte jüdische Geschichte aufzuweisen, deren Tradition bis in das 14. Jahrhundert belegbar ist. Die Stadtführerinnen öffneten den Teilnehmern die Augen für jüdische bauliche Relikte etwa der Mesusa an den Türen jüdischer Häuser.
 
Die zentralen Elemente jüdischen Lebens die Mikwe, die Synagoge und der Friedhof sind in Eppingen nach wie vor vorhanden. Der Höhepunkt jüdischer Kultur war das Jahr 1839. In dieser Blütezeit wurde auch die jüdische Schule 1825 gegründet, die bis 1868 genutzt wurde. Jedoch schrumpfte vor allem durch Ab- und Auswanderung nach Amerika die Gemeinde im späten 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert, bis sie während der Judenverfolgung zur Zeit des Nationalsozialismus nur noch 4 Mitglieder zählte.
 
Durch umfangreiches Detailwissen von Personen und Orten blieb es nicht bei reinen Fakten und Zahlen, sondern es wurde der Führung eine sehr persönliche Note verliehen, die die Begeisterung des Ehrenamtes widerspiegelt. Den Abschluss der Führung bildeten die Erläuterungen von Pfarrer Manfred Tschacher in der kath. Stadtkirche deren wechselvolle Geschichte bis in das 7. Jahrhundert zurückreicht. „Ich möchte herzlich all den Menschen danken, die mit so viel Freude und Inspiration dafür sorgen, dass das jüdische Leben in Eppingen nicht verloren geht. Versöhnliches Wirken ist durch das Bürgerengagement in Eppingen vorbildlich gelungen“, beendete Friedlinde Gurr-Hirsch die Führung mit Vorfreude auf weitere Angebote der engagierten Stadtführerinnen, die den Menschen die Geschichte dieser wunderbaren Stadt immer wieder spannend vor Augen führen.

Nach oben