Informationsreihe Frauen in die Politik

Die Veranstaltung „Frauen gestalten Städte“ hat am Beispiel der anwesenden Frauen eindrucksvoll gezeigt, was Frauen leisten können, wenn sie ein festes Ziel vor Augen haben. Neben der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Friedlinde Gurr-Hirsch MdL und dem Wahlkreisabgeordneten Klaus Burger MdL, berichteten die weiteren Podiumsteilnehmerinnen Frau Sabine Becker, Oberbürgermeisterin von Überlingen; Frau Juliane Vees,Präsidentin des LandFrauenverbandes Württemberg-Hohenzollern, Frau Uschi App, Geschäftsführerin App Garten- und Landschaftsbau GmbH und Frau Viktoria Gombold-Diels,Landwirtschaftsmeisterin und Kreisrätin, von ihren Erfahrungen und gaben einen Überblick über die Hürden, die zu überwinden waren, aber auch die Erfolge, die sie erzielen konnten.
 
Es bestand Einigkeit darin, dass die Startbedingungen für Frauen noch nie besser waren als heute. Es liege an den Frauen die vorhandenen Chancen auch zu ergreifen. Hier liegt nach einhelliger Meinung der Podiumsteilnehmerinnen eine Schwäche der Frauen. Viele Frauen würden sich noch zu wenig zutrauen und hätten auch Angst vor dem Scheitern. Wo Männer die Dinge einfach auf sich zukommen lassen würden, wollten Frauen alles schon im Vorfeld beherrschen. Dies führe dazu, dass viele Frauen sich erst gar nicht engagieren würden. Hier müsse viel Motivationsarbeit geleistet werden, um Frauen davon zu überzeugen, sich um ein Amt zu bewerben.
 
In diesem Zusammenhang wurden auch die oftmals festgefahrenen Ansichten im näheren Umfeld thematisiert. So werde den Frauen, die den Weg in die Kommunalpolitik beschritten haben, oftmals nahegelegt, sich den „typischen“ Frauenthemen wie z.B. Jugendhilfe anzunehmen. Wolle man sich auf einem anderen Feld betätigen, müsse man richtiggehend darum kämpfen, in die jeweiligen Ausschüsse zu kommen. Dies zeige, dass es noch nicht in der Öffentlichkeit angekommen sei, dass es keine „typischen“ Frauenthemen gebe, sondern es eine ganz individuelle Entscheidung sei, für welche Themen man sich verstärkt einsetzen wolle.

Bei der Diskussion um eine feste Frauenquote zeigte sich, dass die Meinungen diesbezüglich auch bei den Anwesenden auseinander gingen. So wurde auf der einen Seite die Möglichkeit gesehen durch eine Quotenregelung den Frauenanteil tatsächlich zu erhöhen, während auf der anderen Seite die Gefahr gesehen wurde, dass Frauen nur als „Quotenfrauen“ wahrgenommen würden. Was von einer Vielzahl der Frauen abgelehnt werde.

Weiteres wesentliches Anliegen war der Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder. Frauen hätten heutzutage eine Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie. Um dies alles erfolgreich meistern zu können, müssten die Rahmenbedingungen stimmen. Es seien flexiblere Öffnungszeiten bei den Kindergärten notwendig, um gerade auch den jungen Frauen ein erfolgreiches Berufsleben zu ermöglichen. Weitere Möglichkeiten wurden in der Einrichtung von Betreuungsmöglichkeiten bei Unternehmen gesehen und der Betreuung durch Tagesmütter. Als hilfreich wurden auch flexiblere Arbeitszeiten angesehen.
 
Am Ende der Veranstaltung zogen die Podiumsteilnehmer noch ihre persönliche Bilanz:
„Frauen in der Politik können gestalten, daher lohnt es sich, sich zu engagieren“ fasste Frau Gombold-Diels zum Abschluss der Veranstaltung zusammen.
„Mit der richtigen Motivation, kann jede Frau ihren Weg gehen und ihre Wünsche verwirklichen“ lautete das Fazit von Frau App.
„Frauen müssen aktiv in die Öffentlichkeit gehen und ihren Bekanntheitsgrad steigern, um dadurch andere Frauen zu motivieren“ war der abschließende Appell von Frau Vees an die Frauen.
„Man muss die Bürger offen ansprechen, um sie für die Tätigkeit zu interessieren. Nur so lässt sich auch eine Verjüngung der Gremien erreichen“ äußerte Frau Becker zum Abschluss der Podiumsdiskussion.
„Gerade in der Kommunalpolitik besteht die Möglichkeit wirklich etwas zu bewirken“ betonte auch der Wahlkreisabgeordnete Burger nochmals.
 
„Frauen müssen Frauen ansprechen, sie ermutigen und unterstützen. Gerade Frauen die sich schon ehrenamtlich engagieren oder in Vereinen und Verbänden aktiv sind, müssen dazu aufgefordert werden sich auch politisch einzubringen. Es muss ihnen vor Augen geführt werden, was sie gerade auf kommunaler Ebene alles bewirken können und dass sie zu einer Verbesserung der Rahmenbedingungen vor Ort beitragen können. Wenn uns das gelingt, ist es auch zu schaffen, dass künftig Frauen in gleicher Zahl wie Männer in den wichtigen Gremien vertreten sind“ erklärte Gurr-Hirsch abschließend.

Die SWR Landesschau aktuell Baden-Württemberg berichtete am 5. August 2013 in der Sendung um 21.45 Uhr über diese Podiumsdiskussion. Unter folgendem Link beginnt der Bericht ab 10.30 min.

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