Friedlinde Gurr-Hirsch: "Europa erweitert die beruflichen Chancen junger Menschen erheblich"

„Europa bietet gerade für junge Menschen eine Vielzahl an Möglichkeiten. Durch den Wegfall der Grenzen und den gemeinsamen europäischen Binnenmarkt können sie überall innerhalb der Europäischen Union leben, studieren und arbeiten“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich einer Europa-Jugendveranstaltung im Stuttgarter Parlament. Zu dieser hatte der Landtag gemeinsam mit dem Staatsministerium und der Europa-Union Baden-Württemberg eingeladen. Mehr als 250 Gäste nahmen daran teil.
 
Mit der Veranstaltung wurde aufgezeigt, welche Möglichkeiten Europa jungen Menschen bei der Ausbildungs- und Berufswahl sowie auf dem späteren Arbeitsmarkt eröffnet. Bei Podiumsdiskussionen, Kurzvorträgen und Redebeiträgen wurde über die beruflichen Chancen und Perspektiven in der Europäischen Union diskutiert. Auf einem „europäischen Markt“ präsentierten sich Beratungseinrichtungen für Studium, Beruf und Auslandsaufenthalten sowie die vier Landtagsfraktionen mit zahlreichen Informationsständen.
 
„Ein Auslandsaufenthalt im Rahmen eines Schüleraustauschs, einer Berufsausbildung oder eines Studiums erhöht die Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich. Aufgrund der immer enger vernetzten Weltwirtschaft werden Bewerberinnen und Bewerber mit internationalen Erfahrungen dringend gesucht“, so Gurr-Hirsch, die auch Mitglied im Europaausschuss des Landtages ist. Durch einen längeren Auslandsaufenthalt erweitere man zudem den eigenen Horizont und könne viel lernen über die verschiedenen Kulturen, Traditionen und Sprachen, die Europa und den gesamten Kontinent bereichern. „Gerade diese Vielfalt macht Europa aus“, hob die Landtagsabgeordnete hervor.
 
Im Gegensatz zur Situation in Deutschland, müssen sich derzeit vor allem in Südeuropa viele junge Menschen arbeitslos melden. „In manchen Ländern herrscht eine erdrückende Jugendarbeitslosigkeit, während deutsche Betriebe 34.000 unbesetzte Lehrstellen vorweisen. Deshalb ist es sehr sinnvoll, die Freizügigkeit in Europa zu nutzen und Jugendliche ohne Job und Arbeitgeber ohne Azubi zusammenzubringen“, so Gurr-Hirsch. Dafür stelle die Europäische Union im Rahmen der „Initiative für Jugendbeschäftigung“ ab nächstem Jahr sechs Milliarden Euro zur Verfügung.
 
Darüber hinaus müssen die Südländer wettbewerbsfähig werden. Dies beginnt bei der Ausbildung. Es ist eindeutig feststellbar, dass Staaten mit extremer Jugendarbeitslosigkeit über keine zeitgemäße duale Ausbildung verfügen. „Deshalb müssen die duale Ausbildung und das duale Studium, das ursprünglich aus Baden-Württemberg kommt, europaweit aufgebaut werden. Wenn der Staat für die Berufsschulen sorgt und die Wirtschaft die Ausbildungsplätze bereitstellt, wird der Fachkräftenachwuchs am Bedarf entlang und nicht am Markt vorbei ausgebildet“, konstatierte die CDU-Politikerin. Auf diese Weise könne die europäische Jobmisere langfristig bekämpft werden.
 
MK

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