Begleitung und Betreuung von Menschen am Lebensende

Ein Informations- und Diskussionsabend zur Sterbehilfe veranstalteten der Evangelische Gemeinschaftsverband Württemberg (APIS), der Evangelische Arbeitskreis des CDU-Kreisverbandes Heilbronn und die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch. Dabei erfolgte zunächst eine theoretische Hinführung. Friedlinde Gurr-Hirsch erläuterte die in Presse und Fachliteratur häufig unklar verwendeten verschiedenen Arten der Euthanasie und ging auf die Entwicklung der Sterbehilfe und -begleitung ein.
 
Bei der anschließenden Diskussionsrunde standen die praktischen Erfahrungen der Gesprächsteilnehmer im Mittelpunkt. Pastoralreferent Adriano Paoli, Klinikseelsorger am SLK-Klinikum Am Gesundbrunnen, betonte, dass immer seltener mit allen Mitteln versucht wird, einen unumgänglichen Tod möglichst lange hinauszuzögern. Vielmehr ginge es darum, die Sterbenden in ihren letzten Lebenstagen so gut wie möglich zu begleiten. Dies bestätigte Ulrike von Heesen, die bei ihrer Arbeit im Frankenhospiz in Weinsberg tagtäglich mit Menschen zu tun hat, deren naher Tod nicht mehr aufzuhalten ist. Sie ist davon überzeugt, dass erfüllte letzte Tage für die Sterbenden weitaus schöner sind als möglichst lange unter schlechten Bedingungen zu leben.
 
Werner Schäfer, Gemeinschaftsprediger im APIS Bezirk Heilbronn, verdeutlichte die biblische Sicht auf den Tod. Er brachte in Erinnerung, dass wir für jeden gesunden Tag dankbar sein müssen, da ein langes Leben trotz großer medizinischer Fortschritte nicht selbstverständlich ist. Darüber öfters zu sprechen, ist für den Vorsitzenden des EAK Heilbronn Christoph Scharnweber von großer Bedeutung. Seiner Meinung nach ist es wichtig, sich mit dem Ende des Lebens zu befassen, damit der Absturz bei einer Diagnose eines frühen Todes nicht so groß ist.
 
Die von Friedlinde Gurr-Hirsch initiierte Veranstaltung hat bei der Zuhörerschaft eine solche Auseinandersetzung mit dem Sterben eingeleitet und sie zum Nachdenken angeregt. Dies hat auch viel mit Politik zu tun. „Politik setzt Regeln, die auf Werten beruhen. Dafür braucht es einen festen und politischen Entscheidungen zugrunde liegenden Werterahmen. Bei der CDU ist dies das Christentum“, konstatierte Friedlinde Gurr-Hirsch, die vor ihrem Eintritt in die Landespolitik auch evangelische Religion unterrichte.  
 
MK

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