Energiewende in Baden-Württemberg - Windkraft in Ittlingen?

Der CDU-Freundeskreis Ittlingen und Friedlinde Gurr-Hirsch MdL veranstalteten einen Informations- und Diskussionsabend mit dem Direktor des Regionalverbands Heilbronn-Franken Klaus Mandel und dem energiepolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Paul Nemeth MdL

Nach der bis dahin unvorstellbaren Reaktorkatastrophe von Fukushima war es notwendig, die Energieerzeugung auch in Deutschland neu zu bewerten und zu überdenken. „Dabei stellt der stufenweise Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 gerade Baden-Württemberg, das bisher einen Anteil von über 50 Prozent seines Stromes über die Kernkraft gewonnen hat, vor große Herausforderungen“, erläuterte Friedlinde Gurr-Hirsch im Rahmen der energiepolitischen Veranstaltung im Landgasthof Ober in Ittlingen. Insbesondere müsse die Energie weiterhin bezahlbar sein. „Der Strompreis darf nicht zu einer sozialen Frage werden und auch die heimische Wirtschaft ist auf wettbewerbsfähige Energiepreise angewiesen“, hob die Landtagsabgeordnete hervor. Nur so könne Baden-Württemberg als Industriestandort mit der weltweiten Konkurrenz mithalten.
 
„Daneben sind die Versorgungssicherheit, eine klimafreundliche Energieerzeugung und die gesellschaftliche Akzeptanz wichtige und gleichwertige Säulen einer modernen Energiepolitik“, betonte ihr Landtagskollege Paul Nemeth, der das umfassende und weitreichende Energiekonzept der CDU-Landtagsfraktion maßgeblich erarbeitet hat. Er bezeichnete die Energiewende als größte Herausforderung seit der deutschen Wiedervereinigung. „Diese wird uns noch Jahrzehnte beschäftigen und ist kein Selbstläufer. Die Energiewende kann auch scheitern, wenn es dazu keinen ausreichenden gesellschaftlichen Konsens gibt“,  konstatierte der CDU-Energieexperte.
 
Der Direktor des Regionalverbands Heilbronn-Franken Klaus Mandel ging in seinem Vortrag schwerpunktmäßig auf die Möglichkeiten der Windkraft in der Region ein. Im Kraichgau, der vergleichsweise als windarm gilt, kommen fünf Flächen für Windkraftanlagen infrage. Der mit Abstand größtmögliche Standort ist ein 31 Hektar großes Gebiet nordwestlich von Ittlingen in Richtung Sinsheim-Weiler. Diese Fläche liegt im Einzugsbereich der Burg Steinsberg. „Dadurch könnte der Blick zum Wahrzeichen deutlich getrübt sein“, hob Klaus Mandel hervor, dem auch der Landschaftsschutz ein wichtiges Anliegen ist. Er kritisierte, dass durch die neue Gesetzeslage der grün-roten Landesregierung den Regionalverbänden die Möglichkeit zur flächendeckenden Steuerung beim Bau von Windkraftanlagen genommen wurde. Es droht Wildwuchs, den die Kommunen Eppingen, Ittlingen und Gemmingen durch einen gemeinsamen Planungsausschuss verhindern wollen. „Das ist ein vorbildlicher Weg, um den Bau von Windkraftanlagen weiterhin zu steuern“, so Gurr-Hirsch abschließend.
 
MK

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