Bezirksvertreterversammlung des Weinbauverbands Württemberg

Reform der Weinmarktordnung bereitet Weinbauern Kopfzerbrechen

„Die Sorge um die Zukunft des Weinbaus liegt wie Mehltau auf Baden-Württemberg“, pointierte die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch gleich zu Beginn ihrer Ansprache bei der Bezirksvertreterversammlung des Weinbauverbands Württemberg im Jupiter Weinkeller in Brackenheim-Hausen. Seit der letzten Reform der Weinmarktordnung sei leider nur wenig passiert. Dabei habe die CDU-geführte Landesregierung bis zum Machtwechsel auf europäischer Ebene zahllose Veranstaltungen zum Weinbau organisiert, um etwa für die Steillagen verbesserte Förderbedingungen durchzusetzen. „Dies ist unabdingbar, damit diese wertvolle Kulturlandschaft überhaupt eine Zukunft hat“, betonte die frühere Staatssekretärin für Ernährung und Ländlichen Raum. Sie forderte Landwirtschaftsminister Alexander Bonde dazu auf, bei den Gesprächen zur Weinmarktordnung in Brüssel noch kräftig nachzulegen. Der aktuell zur Diskussion stehende Vorschlag der von der EU-Kommission eingesetzten „Hochrangigen Gruppe“ entspräche in keiner Weise den Forderungen des Berufsstandes.
 
Darüber hinaus war Friedlinde Gurr-Hirsch das Thema Herkunftsbezeichnung ein wichtiges Anliegen. Hintergrund ist, dass erstmals ermöglicht wurde, das System der Herkunftsbezeichnungen auch für Wein einzuführen. In Baden-Württemberg hat hierzu eine breite Diskussion stattgefunden, allerdings gibt es bis heute kein Ergebnis. „Dies kann sich nun bitter rächen, wenn es nicht gelingt, die bestehende Pflanzrechtsregelung mit dem faktischen Anbaustopp fortzuführen“, so Gurr-Hirsch.
 
Anlass zur Sorge bietet nach Aussage von Friedlinde Gurr-Hirsch auch der unumgängliche Strukturwandel in der württembergischen Weinwirtschaft. Längst überfällig seien markttaugliche Strukturen in den Bereichen Erfassung, Verarbeitung und Vermarktung. „Es ist notwendig konzeptionell vorzugehen und gebietsweit zu denken. Klein-klein ist nicht die richtige Schablone“, hob die CDU-Politikerin hervor. Ihrer Ansicht nach bedarf es hierfür einer zielgerichteten Moderation. „Passiert dies nicht, werden auch öffentliche Gelder fehlgeleitet, ohne dass sich die erwartete Effizienz einstellt“ so Gurr-Hirsch abschließend.
 
MK

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