Zum Abschluss gab es für alle rote Rosen

Friedlinde Gurr-Hirsch unterwegs in Kommingen

Statt Ski zu fahren, wobei er sich vor zwei Jahren den Arm brach, sei er lieber nach Kommingen gekommen, sagte der Landtagspräsident und Wahlkreisabgeordneter der CDU, Guido Wolf, gestern im Gemeinschaftshaus. Er hatte sich bei den Landfrauen zu einem Gespräch über aktuelle ländliche Themen eingeladen und seine Fraktionskollegin Friedlinde Gurr-Hirsch, die für Frauenfragen zuständig ist, mitgebracht.
An den Gespräch nahmen auch CDU-Kommunalpolitiker teil. Ortsvorsteher Norbert Baumann freute sich, das Wolf so zeitig im Jahr nach Kommingen kam und stellte das zum Gemeinschaftshaus umgebaute ehemalige Schulgebäude als Ortszentrum vor. Der Landespolitiker sei federführend an der Gewährung der Zuschüsse von 240 000 Euro beteiligt gewesen.
Politiker hätten kein gutes Image, erklärte Wolf. Nur durch die Nähe zur Bevölkerung und Offenheit könnten sie das verbessern. In einem Wahlkreis sollte jeder Bürger die Möglichkeit haben, mit seinem Abgeordneten zu reden. Der Terror durch Motorradfahrer auf der B 314 im Bereich Randenaufstieg konnte eingedämmt werden. Für die Randenumfahrung werde an der Umweltverträglichkeitsstudie gearbeitet. Die Verkehrspolitik der grün-roten Landesregierung habe im ländlichen Raum keine große Chance, dämpfte er überzogene Erwartungen. Er räumte ein, dass die CDU in Baden-Württemberg etwas überheblich geworden sei und sie erst Opposition lernen müsse.
Der Landfrauenbegriff habe sich ständig gewandelt. Frauen kümmerten sich auf dem Land inzwischen m Gesellschaft und Kultur. In der Dorfgemeinschaft sei das Gefühl für Zusammenhalt ausgeprägt. Die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch stammt von Untergruppenbach bei Heilbronn und war Gründungsmitglied des dortigen Landfrauenvereins. Zur Erziehung eines Kindes brauche man ein ganzes Dorf, zitierte sie ein afrikanisches Sprichwort. Der ländliche Raum blute tendenziell aus. Deshalb müsse sich die Politik um ihn kümmern. Die CDU habe die Frauenpolitik entdeckt und sich in einem Papier zur Gleichstellung der Geschlechter durch gleichwertige Erziehung positioniert. Sie rief die anwesenden Frauen dazu auf, für Kommunalparlamente und den Landtag zu kandidieren. Die meisten jungen Frauen möchten nach wie vor eine Familie gründen. Doch viele junge Männer hätten Angst davor.
In der Diskussion ging es hauptsächlich um die Verkehrspolitik im ländlichen Raum und um die Einführung der Ganztagsschule. Man könne nicht alle Schüler gleich behandeln, meinte Reinhold Engesser. Die Förderung müsse individuell ausfallen.
Zum Schluss verteilte Wolf an Landfrauen und Landmänner je eine rote Rose.

Gernot Suttheimer

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