Informationsreise nach Kanada

Der Ausschuss für Integration des baden-württembergischen Landtages führte zahlreiche Gespräche in einem der bedeutendsten Einwanderungsländer

Obwohl Kanada 28-mal so groß ist wie Deutschland, umfasst die Gesamtbevölkerung des nordamerikanischen Landes nur 35 Millionen Einwohner. Doch kommen jedes Jahr circa 250.000 Einwanderer hinzu. „Diese lassen sich in drei Gruppen unterteilen: Gern gesehene Neubürger, Flüchtlinge und Saisonarbeiter“, erläuterte Friedlinde Gurr-Hirsch, die als Mitglied des Integrationsausschusses auf der Reise dabei war.
 
Um diese Menschen erfolgreich zu integrieren, werden zahlreiche Maßnahmen und Projekte umgesetzt. „Kanada hat sich offiziell als Einwanderungsland erklärt und gesetzliche Grundlagen zur Steuerung der Immigration geschaffen“, betonte die Landtagsabgeordnete. Dazu zählt beispielsweise die Betreuung der Neuankömmlinge in Einwanderungszentren. Hier werden sie nicht nur informiert und gefördert, sondern auch durch persönliche Unterstützungsmaßnahmen so gut wie möglich auf das Leben in Kanada vorbereitet. „Die Einwanderer werden nicht alleine gelassen. Der Staat kümmert sich intensiv um ihre Anliegen“, fasste Friedlinde Gurr-Hirsch ihre Erkenntnisse zusammen.
 
Kernstücke der Ausschussreise waren Gespräche in der Hauptstadt Ottawa, wo die Zentralregierung angesiedelt ist, in Toronto, der größten Stadt Kanadas, sowie in zahlreichen kleineren Kommunen, Universitäten und Unternehmen. Es war das Ziel, möglichst alle Facetten der erfolgreichen Integrationspolitik kennen zu lernen. Deshalb nahmen die Abgeordneten aus Baden-Württemberg auch an einer festlichen Zeremonie zur Überreichung von Staatsangehörigkeitszertifikaten teil. „Hierbei wurde besonders offensichtlich, dass die Migranten in Kanada stets erfahren, wie willkommen sie sind“, lobte die CDU-Politikerin das Engagement vor Ort.    
 
Nach intensiven Gesprächstagen nahm Friedlinde Gurr-Hirsch gemeinsam mit einigen Kolleginnen und Kollegen am Ende der Reise noch die Möglichkeit für einen privaten Kurzbesuch auf einem Weingut wahr. Albrecht Seeger, der vor über 30 Jahren aus Abstatt nach Niagara on the Lake ausgewandert ist, lud die Gruppe um Friedlinde Gurr-Hirsch zu sich nach Hause ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren begeistert von der Qualität der Chardonnay-, Riesling-, Grauburgunder- und Shiraz-Weine. Sie sparten nicht mit Lob und Anerkennung und erfuhren im Hause Seeger warmherzige Gastfreundlichkeit. Albrecht Seeger ist als engagierter und erfahrener Winzer und Bürger in seiner neuen Heimat Ontario allseits beliebt und geschätzt. Er trug der Gruppe auf, das Unterland zu grüßen.
 
MK

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