Kommt es zu einer "Lex Bad Rappenau"?

Auf Einladung des CDU-Stadtverbandes Bad Rappenau und der CDU-Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch diskutierten im örtlichen Kurhaus hochrangige Bildungsexperten über die Veränderungen im baden-württembergischen Bildungssystem. Im Besonderen ging es um die Entwicklungen in Bad Rappenau, wo der Gemeinderat Ende September über die Antragsstellung zur Einführung einer neuen Schulart entscheidet.
 
Auf dem Podium vertreten waren neben Friedlinde Gurr-Hirsch der Bezirksvorsitzende des Philologenverbands Nordwürttemberg Ralf Scholl, der Pressesprecher und stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Michael Gomolzig, Schulrat Michael Ledermann vom staatlichen Schulamt Heilbronn und Gemeinderätin Christine Treffler-Baumgartner, die die Moderation übernahm.
 
Sie alle waren sehr überrascht, dass die Bad Rappenauer Rathausverwaltung aktuell vorgeschlagen hat, beim Kultusministerium einen Antrag zur Einführung einer Verbundschule mit Real- und Gemeinschaftsschulzweig zu stellen. Dies gibt es landesweit bisher noch nicht und war auch für die anwesenden Experten eine bislang undenkbare Variante der Schulentwicklung. Es wäre eine „Lex Bad Rappenau“, die unter den anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhebliche Bedenken auslöste. Die Unsicherheit im Saal war regelrecht spürbar.
 
Die Bürgerinnen und Bürger äußerten sich besorgt über die Bildungs- und späteren Berufschancen ihrer Kinder und Jugendlichen, die sich im internationalen Wettbewerb behaupten müssen. „Schließlich lernen die Kinder nicht für die Schule, sondern für das Leben. Entscheidend ist, über welches Wissen und welche Fähigkeiten die Absolventen am Ende verfügen“, so Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
Darüber hinaus betonten die Gäste, dass in Bad Rappenau überhaupt kein Handlungsdruck besteht, ein solches Experiment zu Lasten der Kinder und Jugendlichen einzugehen. „In der Kurstadt sind alle Schulen mehrzügig und gut ausgestattet, weshalb eine Zusammenlegung bzw. völlige Neuaufstellung der Schullandschaft keinen wirklichen Mehrwert mit sich bringt“, hob auch die Landtagsabgeordnete hervor. Ganz zu schweigen von den damit verbundenen Investitionen von mehreren Millionen Euro.
 
MK

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