Besuch in EURES-T-Stelle Karlsruhe

Stellvertretende Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Friedlinde Gurr-Hirsch MdL: "Die Pläne der EU-Kommision für die künftige Finanzierung der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung EURES gehen an der Realität vorbei"

„Die Pläne der EU-Kommission für die künftige Finanzierung der grenzüberschreitenden Arbeitsvermittlung EURES gehen an der Realität vorbei“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende, Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, anlässlich eines gemeinsamen Besuchs der EURES-Beratungsstelle in Karlsruhe mit den Abgeordneten aus der Technologieregion Karlsruhe Katrin Schütz MdL und Werner Raab MdL. Die von der EU-Kommission geplante Veränderung der Finanzierung der EURES-T-Grenzpartnerschaften für die Zeit nach 2014  würde eine Fortsetzung der erfolgreichen Arbeit der EURES-Vermittler gefährden, so die übereinstimmende Einschätzung der Abgeordneten.
 
„Es wäre besser, auch künftig die Finanzierung von EURES-T innerhalb eines Förderprogramms zu belassen. EURES-Grenzpartnerschaften sind eine europäische Aufgabe und sollten daher auch direkt von der EU gefördert werden. Die von der Kommission vorgeschlagene Finanzierung der grenzüberschreitenden EURES-Aktivitäten aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) wäre mit erheblichen Einschränkungen verbunden“, betonte Friedlinde Gurr-Hirsch. Der ESF sei bislang eher auf einzelstaatliche Projekte ausgerichtet. Zudem wäre die EU-Förderung geringer als bisher, da der maximale Kofinanzierungssatz im ESF bei 50 Prozent liege.
 
„Die Arbeit von EURES-T basiert auf einem Netzwerk vieler Beteiligter, die ihre teilweise jahrelange Erfahrung und ihr Spezialwissen gewinnbringend einbringen. Die Struktur des Netzwerks muss auch nach 2014 erhalten bleiben“, unterstrichen die Abgeordneten.
 
„Wir fordern daher die Landesregierung auf, sich auf Bundes- und EU-Ebene dafür einzusetzen, dass die EURES-T-Grenzpartnerschaften aus dem gleichen Programm wie die übrigen EURES-Beratungsstellen finanziert werden“, so die Abgeordneten. Die CDU-Landtagsfraktion werde eine entsprechende parlamentarische Anfrage einbringen.
 
Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müssten die Potenziale aus den grenznahen Regionen besser genutzt werden. Bereits heute zähle die Oberrheinregion mehr als 90.000 Grenzgänger. Das Angebot der EURES-T-Stellen sei daher wichtig, um die Entwicklung des Wirtschaftsraums Oberrhein und den Aufbau eines grenzüberschreitenden Arbeitsmarkts voranzubringen.  Im nördlichen Elsass liege die Jugendarbeitslosigkeit bei über 18 %.
 
„Allerdings wird die Sprachbarriere wieder stärker zu einem Hindernis. In diesem Jahr feiern wir 50 Jahre Rede General de Gaulles an die deutsche Jugend. Das ist ein guter Anlass um für die deutsche und französische Sprache zu werben“, so Gurr-Hirsch.
 
Ein weiteres Problem sei die fehlende Anerkennung von Ausbildungsleistungen. Hier müsse es ebenfalls Fortschritte geben.
 
 
Hintergrund:
EURES-T Oberrhein: Europäisches Informationsnetzwerk zu den Fragen der beruflichen grenzüberschreitenden Mobilität
 
EURES-T Oberrhein ist ein Netzwerk vielzähliger Partner, das eine Plattform für die Förderung der Mobilität von Arbeitskräften in der Grenzregion anbietet. Diese grenzüberschreitende Partnerschaft, durch die Europäische Union und die Schweizerische Eidgenossenschaft finanziert, zeichnet sich durch den Zusammenschluss der öffentlichen Arbeitsverwaltungen, der Sozialpartner und der Gebietskörperschaften des Gebietes am Oberrhein aus. Ein Beraternetzwerk bietet Informations-, Beratungs- und Orientierungsdienstleistungen zum Arbeitsmarkt an.

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