Gurr-Hirsch zum Weltfrauentag

Anlässlich des 101. Weltfrauentages am 8. März standen die Frauen im Mittelpunkt der Politik im Stuttgarter Landtag. Am Vormittag ging es im Plenum um die Arbeitssituation sowie die Gesundheit von Frauen und am Spätnachmittag wurde im Foyer des Landtagsgebäudes eine Podiumsdiskussion zur politischen Beteiligung von Frauen veranstaltet. Für die frauenpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion Friedlinde Gurr-Hirsch war es ein ganz besonderer Tag. „Extra einen Frauenplenartag durchzuführen, ist eine sehr guteMaßnahme. Auch mehr als 100 Jahre nach dem ersten Weltfrauentag gibt es noch erheblichen Handlungsbedarf in Sachen Gleichstellung“, betonte die Landtagsabgeordnete, die sowohl am Rednerpult als auch auf dem Podium die frauenpolitischen Interessen der CDU-Fraktion engagiert vertrat.
 
Sie hob in ihrer Rede im Parlament zur Verbesserung der Arbeitssituation von Frauen in Baden-Württemberg hervor, dass Grün-Rot entgegen zahlreicher Ankündigungen die Gleichstellung von Männern und Frauen in ihrem Verantwortungsbereich stark vernachlässigt. „Weniger als ein Drittel der 154 neuen Ministeriumstellen wurden mit Frauen besetzt. Dabei sind nur vier Frauen, aber 25 Männer in hoch dotierten B-Besoldungsstellen gelandet“, konstatierte Gurr-Hirsch. Dies könne nur als Scherbenhaufen bezeichnet werden.
 
Da die seit dem Jahr 2001 bestehende Selbstverpflichtung der Wirtschaft zur Erhöhung des Frauenanteils in den Vorstandsetagen und im Aufsichtsrat nicht den gewünschten Erfolg gebracht hat, begrüßt Friedlinde Gurr-Hirsch, wenn bei im Dax notierten Unternehmen ein Drittel der Führungspositionen per Quote für Frauen reserviert wird. „Politik und Wirtschaftsverbände haben sich zum Ziel gesetzt, eine angemessene Beteiligung von Frauen in obersten Unternehmensebenen zu realisieren. Dies ist keinesfalls erreicht, solange die Vorstände der Großunternehmen zu 3 Prozent aus Frauen bestehen und die Aufsichtsräte börsenorientierter Unternehmen nur zu 10 Prozent mit Frauen besetzt sind, wie dies derzeit in Deutschland der Fall ist. Daher sind neue Instrumentarien unerlässlich“, so Gurr-Hirsch.
   
Um die Anzahl von Frauen in den Kommunalparlamenten zu erhöhen, befürwortet sie darüber hinaus eine Berücksichtigung des französischen Parité-Wahlsystems. Da hierbei Frauen und Männer auf Kandidatenlisten in gleicher Anzahl vertreten sein müssen, handelt es sich um ein besonders wirksames Mittel zur Gleichstellung der Geschlechter bei Listenwahlen. „Damit würde ein chancengleicher Zugang zu Wahlmandaten gewährleistet und die geringe Repräsentanz von Frauen in den Stadt- und Gemeinderäten nachhaltig verbessert werden“, betonte Gurr-Hirsch.
 
MK

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