Veranstaltung mit den Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch und Ulrich Müller

Die unter Bundeskanzlerin Angela Merkel in den letzten Monaten betriebene ‚Modernisierung‘ der CDU-Politik hat bei der Parteibasis eine gewisse Verunsicherung hervorgerufen. Die Abschaffung der Wehrpflicht, die beschlossene Energiewende, neue Konzeptionen in der Schulpolitik und die Sorge um den Euro führen zu Fragen über die Grundwerte und inhaltliche Basis der Union. Minister a.D. Ulrich Müller MdL hat dazu einen viel beachteten Diskussionsbeitrag verfasst, den er im Rahmen einer Informations- und Dialogveranstaltung im Meimsheimer Sportheim vorstellte. Eingeladen hatte der CDU-Stadtverband Brackenheim gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch.
 
Ulrich Müller zeigte den zahlreich erschienenen Bürgerinnen und Bürger auf, was die Union zusammenhält und von anderen Parteien unterscheidet. Er erläuterte, wie es gelingen kann, sich als CDU nicht völlig dem Zeitgeist zu unterwerfen und doch offen für Veränderungen zu sein. Die teilweise philosophische und abstrakte Auseinandersetzung mit der eigenen Denkschrift war hochinteressant, tiefschürfend und praxisnah. Denn es gelang Ulrich Müller immer wieder, seine Thesen durch aktuelle Beispiele aus der Tagespolitik zu untermauern.
 
Sich mit dem Markenkern der eigenen Partei zu beschäftigen, ist für den Landtagsabgeordneten eine dringliche Aufgabe. Ihm ist in den vergangenen Jahren und insbesondere bei der Analyse des letzten Wahlergebnisses vermehrt aufgefallen, dass Positionen der CDU immer häufiger im Gegensatz zu denen großer bürgerlicher Werte stehen. „Dadurch resultieren Spannungen. Dabei gibt es zwei Möglichkeiten, um auf die Vorstellungen und Ansichten der Menschen im Land zu reagieren: Der eine Weg ist eine stetige Anpassung an aktuell vorherrschende Meinungen, was langfristig eine Aufgabe der eigenen Grundeinstellungen zur Folge hätte. Die zweite Möglichkeit ist die Überzeugung der Bürgerinnen und Bürger von eigenen Werten und Vorstellungen“, so Müller. Er hat sich für den anspruchsvolleren Weg der Überzeugung entschieden. „Linie halten, kontrastieren und nachvollziehbar argumentieren führt langfristig viel eher zum Erfolg als ständige Anpassungen an vermeintliche Realitäten der Gesellschaft“, konstatierte der CDU-Politiker. Dabei sind seiner Meinung nach Glaubwürdigkeit und Vertrauen von besonderer Bedeutung. Die Übereinstimmung von Reden und Handeln sowie eine Kontinuität in den Aussagen sind für Ulrich Müller zentral. „Wenn eine Partei oder eine Person die Glaubwürdigkeit bzw. das Vertrauen bei den Bürgerinnen und Bürgern verliert, ist alles verloren“, hob der Landtagsabgeordnete hervor.
 
Den anwesenden Parteimitgliedern hat der Abend wieder klar gemacht, weshalb sie für die CDU politisch aktiv sind. Ihnen hat es gut getan, an die Wurzeln der Union erinnert zu werden. Dass durch solche Grundsatzdebatten die Basis gestärkt wird und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer neue Erkenntnisse über die Partei gewinnen, davon ist Friedlinde Gurr-Hirsch überzeugt. „Ich würde es begrüßen, wenn solche Diskussionen im ganzen Land stattfänden. Die Aufbruchsstimmung der heutigen Veranstaltung hat sicherlich Signalwirkung“, betonte die Landtagsabgeordnete.
 
Die CDU-Mitglieder sahen sich übereinstimmend darin bestätigt, dass es wichtig ist, noch engagierter für die Union einzutreten. Wie aus ihren Stellungnahmen deutlich wurde, identifizierten sie sich mit den Aussagen des Referenten und gingen motiviert nach Hause. Es herrschte Einigkeit darüber, die Tagespolitik vor dem Hintergrund von Müllers Aussagen zukünftig konstruktiver als bisher begleiten zu können.
 
MK

Nach oben