Spitzenposition für Baden-Württemberg

Süden bietet im bundesweiten Vergleich beste Lernbedingungen

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung hat der Südwesten nach Bayern die besten Lernbedingungen. Der so genannte „Deutsche Lernatlas“ offenbart, dass selbst die schlechtesten Kreise und kreisfreien Städte Baden-Württembergs, Bayerns und Sachsens immer noch besser abschneiden als die besten Regionen in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei wird deutlich, dass es weniger West-Ost-Unterschiede als ein Süd-Nord-Gefälle gibt.  
 
Die Studie der Bertelsmann-Stiftung untersuchte, wie gut es sich in den rund 400 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands lernen lässt. In ihrer Bewertung stützte sie sich auf den UNESCO-Bericht zur „Bildung für das 21. Jahrhundert“, der 1996 vier Bereiche des Lernens definierte: das schulische, das berufliche, das soziale und das persönliche Lernen. Die Qualität dieser Bereiche misst der Atlas an verschiedenen Kategorien, unter anderem an der Lernkompetenz der Grundschüler im Lesen, der Zahl der Sitzenbleiber, den Schulabgängern mit Abschluss, der Teilnahme an beruflicher Weiterbildung, der Arbeitslosigkeit und dem Engagement der Bürgerinnen und Bürger für das Gemeinwohl.
 
Friedlinde Gurr-Hirsch befürchtet, dass diese Spitzenposition Baden-Württembergs durch die zahlreichen Bildungsreformen der grün-roten Landesregierung gefährdet wird. „Mit der rein ideologisch motivierten Einführung der sogenannten Gemeinschaftsschule wird das erfolgreiche differenzierte Schulsystem im Land leichtfertig geopfert“, betont die Parlamentarierin. Sie nimmt mit großer Sorge wahr, dass die Planungen hierzu sehr hektisch vorangetrieben werden und viele Fragen ungeklärt bleiben. Ihrer Meinung nach ist es kein Zufall, dass in der Bertelsmann-Studie gerade die Bundesländer mit dem viel gescholtenen dreigliedrigen Schulsystem und dem umstrittenen achtjährigen Gymnasium am besten abgeschlossen haben. „Folglich sollten grün-rote Bildungspolitiker Gemeinschaftsschulen nicht länger als alleinige Heilsbringer bewerben“, so Gurr-Hirsch.   
 
MK

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