Kontakt mit weiteren Personen erlaubt, Gastronomie öffnet und Sport auf Anlage im Freien wieder möglich

Mit einschneidenden Maßnahmen ist es gelungen, die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland deutlich zu bremsen. Nach dem exponentiellen Anstieg der Infektionszahlen im März konnte so dafür gesorgt werden, dass die Kapazitäten für Intensivmedizin und Beatmung ausgereicht haben – auch wenn sie an einzelnen Standorten z.B. in Baden-Württemberg ausgelastet waren und teilweise mehr Betten gebraucht wurden, als im Regelbetrieb zur Verfügung stehen. Zu dieser positiven Entwicklung haben die Bürgerinnen und Bürger beigetragen, die mit einem Höchstmaß an Eigenverantwortung Kontaktverbote, Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten haben.

 

 

In Baden-Württemberg gelten jetzt die neuen Regelungen der Corona-Verordnung des Landes. Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist im Kreis der Angehörigen des eigenen und eines weiteren Haushalts gestattet, nachdem bisher zu den Angehörigen des eigenen Hausstands nur eine weitere Person kommen durfte. Damit wird die Vereinbarung der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefs der Länder von vergangener Woche umgesetzt. In Baden-Württemberg können außerhalb des öffentlichen Raums zwar weiterhin nicht mehr als fünf Personen zu Veranstaltungen oder Ansammlungen zusammen kommen. Aber ausgenommen sind davon nun neben den Verwandten in gerader Linie und den Angehörigen des eigenen Haushalts auch Geschwister mit Kindern und Partnerinnen und Partnern sowie auch hier Angehörige eines weiteren Haushalts.
 
Ab 18. Mai werden wieder Speisewirtschaften öffnen können – sowohl im Außen- wie im Innenbereich. Gerade deren vollständige Schließung war für Wirte existenzbedrohend. Außerdem wird dann die Öffnung von Ferienwohnungen sowie Freizeiteinrichtungen im Freiluftbereich erlaubt. Dabei müssen Hygieneauflagen eingehalten werden.
 
Seit heute ist es bereits wieder möglich, Freiluft-Sportanlagen zu Trainings- und Übungszwecken von Sportaktivitäten ohne Körperkontakt zu nutzen. Der Sport darf individuell oder in Gruppe von maximal fünf Personen erfolgen – bei größeren Flächen in Gruppen von maximal fünf Personen je 1000 qm. Weitere Voraussetzungen für die Nutzung ergeben sich aus der CoronaVO Sportstätten, die Kultus- und Sozialministerium Baden-Württemberg gestern erlassen haben.
 
Der Fahrplan für die Öffnung des Schul- und Kitabetriebs sieht vor, dass ab dem 18. Mai die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Grundschulen wieder in die Schule gehen. Mitte Mai wird zu einem eingeschränkten Regelbetrieb an Kindertageseinrichtungen übergegangen, in dem die Betreuung auf  bis zu 50 % der Kinder ausgeweitet werden soll. Und nach den Pfingstferien werden alle Schülerinnen und Schüler in einem rollierenden System Präsenzunterricht erhalten.
 
Bereits zum 27. April wurde die Notbetreuung erweitert – für mehr Eltern und um die Klassenstufe 7. Seit 4. Mai sind an den allgemein bildenden Schulen die Schülerinnen und Schüler, die in diesem und im nächsten Jahr Abschlussprüfungen ablegen sowie die Prüfungsklassen an den beruflichen Schulen. Außerdem können seit diesem Zeitpunkt an den weiterführenden Schulen Lerngruppen für Schülerinnen und Schüler gebildet werden, die beim Fernlernen nicht erreicht wurden. Diese Möglichkeit haben die Grundschulen dann auch ab dem 18. Mai.
 
Damit trotz dieser weiteren Öffnungen der Gefahr hoher Zahlen an Neuinfektionen und eines schnellen Anstiegs der Infektionsrate begegnet werden kann, haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder eine Grenze für Beschränkungen vor Ort festgelegt. Diese Grenze liegt bei mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage. Lässt sich das Infektionsgeschehen z.B. auf eine Einrichtung klar eingrenzen, können die neuerlichen Beschränkungen nur diese Einrichtung umfassen. Ansonsten werden Beschränkungen regionalweit eingeführt. Die Maßnahmen bleiben dann aufrecht erhalten, bis die Grenze für die Neuinfektionen mindestens sieben Tage unterschritten ist. Nach dem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts von gestern überschreiten drei Landkreise in Deutschland, keiner in Baden-Württemberg, die festgelegte Grenze. Außerdem wird die Lage in den nächsten Tagen genau beobachtet, nachdem die am Samstag und am Sonntag veröffentlichte Reproduktionszahl bundesweit wieder über 1,0 lag. Dieser statistische Wert gibt an, wie viele Personen im Durchschnitt von einem Infizierten angesteckt werden. Beträgt er dauerhaft über 1,0, ist mit einem Wiederanstieg der Fallzahlen zu rechnen. 

 

 

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