Respektvoll im Ton, ehrlich in der Sache

Gurr-Hirsch plädiert für ein besseres Miteinander von Landwirtschaft und Gesellschaft

Landwirtschaft und Gesellschaft – was verbindet und was trennt? Und was bringt Landwirtschaft und Gesellschaft wieder zusammen? Dies waren die Leitfragen bei der Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft e.V. (ASG) zum Thema „Die Stellung der Landwirtschaft in der Gesellschaft – Ideen für ein besseres Miteinander“ am 6. und 7. November 2019 in Göttingen.


Vertreter von Verbänden, aus Politik und Wissenschaft, von Produzenten-Konsumenten-Zusammenschlüssen, aktive Landwirtinnen und Landwirte, Kommunikationsexperten und Medienvertreter waren eingeladen, ihre Antworten auf diese Fragen mit den Teilnehmenden zu diskutieren.

 Auch wenn sie sich in Befragungen anders äußerten, würden die meisten Verbraucher beim Einkauf letztlich zu billigen Lebensmitteln greifen. Diese Widersprüche würden im aktuellen Diskurs jedoch häufig ausgeblendet. „Die Diskussion werden häufig sehr emotional und pauschalisierend geführt. Hinzu kommen teilweise noch gewisse Wissensdefizite bei Nicht-Landwirten darüber, wie moderne Landwirtschaft tatsächlich arbeitet, so Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch.  

Kommunikation sei das A und O, so der Grundtenor der Tagung. Diese dürfe allerdings nicht den Eindruck erwecken, die Dinge schönzufärben. Auch der Berufsstand müsse vorhandene Probleme endlich offen benennen. Umgekehrt müsse Kritik in einem Ton geäußert werden, der nicht verletze. Wichtig sei ein echter Dialog, der sich durch Ehrlichkeit und die Bereitschaft zur Selbstkritik bei allen Beteiligten auszeichne sowie eine Versachlichung der Diskussion. Einblick in den eigenen Betrieb zu geben und die eigene Arbeit zu erläutern, sei für Landwirte eine Chance, Vertrauen zu schaffen.

„Es dürfen jedoch nicht nur Forderungen an die Landwirte gestellt werden. Sie müssen bei der Bewältigung der Aufgaben auch unterstützt werden. Jedes Mitglied der Gesellschaft sollte Verantwortung übernehmen, Agrarwende geht nur mit allen“! bekräftigte Gurr-Hirsch.  In der Agrarpolitik müssten die Weichen endlich so gestellt werden, dass die Landwirtschaft für die Leistungen angemessen bezahlt werde, die die Gesellschaft fordere.

Gurr-Hirsch: „Jeder ist gefordert, den Dialog zu suchen, aber in einer respektvollen und wertschätzenden Art und Weise“. Dafür sei jedes Projekt und jede Begegnung wichtig, seien es Landwirte, die sich in Schulen, auf Märkten oder in Supermärkten als Gesprächspartner zur Verfügung stellten, seien es Besuche von Schulklassen auf Bauernhöfen oder Zusammenschlüsse von Landwirten und Konsumenten in Form von Genossenschaften oder einer solidarischen Landwirtschaft. Dialog alleine werde jedoch nicht ausreichen. Es gebe große Zielkonflikte und es sei eine Herausforderung, diese Zielkonflikte zu lösen.

 


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