Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch bei der Herbstversammlung der Cleebronner Winzer

Die Cleebronner Winzer hatten wieder zum traditionellen Weinfest Anfang September eingeladen. Der Termin wurde auch für die diesjährige Herbstversammlung der Mitglieder genutzt, und so war man hocherfreut, dass sich die Agrarstaatsekretärin zu einem Besuch in Cleebronn angemeldet hatte.

Friedlinde Gurr-Hirsch nutze die Möglichkeit, um die Wengerter über die aktuelle Weinbaupolitik aus der Landeshauptstadt zu informieren. Dabei hob sie hervor, dass das Vegetationsjahr 2018 mit großer Hitze und Trockenheit eine große Herausforderung auch für den Weinbau darstellte. So sei man erfreut über die hohen Qualitäten der hochreifen Trauben, die außergewöhnliche Spitzenweine erwarten ließen. Allerdings gab die Politikerin auch zu Bedenken, dass aufgrund des Klimawandels verbunden mit solchen Hitzeperioden wie in diesem Jahr oder dem Spätfrost in 2017, allerdings auch die Ertrags- und Einkommensrisiken in der Landwirtschaft steigen würden. Die daraus resultierenden Produktions- und Einkommensausfälle könnten für die Betriebe existenzbedrohende Ausmaße annehmen und den Strukturwandel in unerwünschtem Maß beschleunigen. „Für die Zukunft ist demnach ein einzelbetriebliches Risikomanagement erforderlich, das ein Bündel an produktionstechnischen, investiven und betriebsorganisatorischen Maßnahmen umfasst“, so Friedlinde Gurr-Hirsch. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz setze sich daher mit dem Berufsstand auf nationaler Ebene für deutlich verbesserte Maßnahmen und Anreize zur nachhaltigen Unterstützung des einzelbetrieblichen Risikomanagements ein. Sie führte weiter aus, dass zu den Forderungen nach einem einzelbetrieblichen Risikomanagement zentrale Elemente gehören wie eine steuerliche Risikoausgleichsrücklage für die Landwirtschaft, die eine entsprechende Rücklagenbildung erleichtert, die staatliche Unterstützung von Mehrgefahrenversicherungen auch durch den Bund, die Verbesserung der Fördermöglichkeiten für investive, produktionstechnische Maßnahmen (z. B. Bewässerung) und die Absenkung der Versicherungssteuer für Risiken wie Trockenheit und Hochwasser.

Die Winzer selbst seien durch das wärmere Klima gefordert, bei der Qualitätsbeurteilung nicht nur auf hohe Oechslegrade zu setzen, sondern vielmehr auf frühzeitiges Ernten des gesunden Lesegutes als Grundlage für hochwertige bekömmliche Trinkweine, vor allem bei weißen Rebsorten.

 

Bei einem abschließenden Rundgang mit Vertretern der Vorstandschaft und der Geschäftsführung konnte sich die Staatssekretärin von der großen Auswahl an Spitzenweinen der Cleebronner Winzer überzeugen.

 

Bild

v.l.n.r.: Bürgermeister Rolf Kieser (Brackenheim), Geschäftsführer Axel Gerst, Vorstandsvorsitzender Thomas Beyl, Staatssekretärin Friedlinde Gurr-Hirsch MdL, Jochen Beyl, Ann-Kathrin Binder, Achim Gläser.

 

Nach oben