Besichtigung des Steinbruchs in Talheim

Friedlinde Gurr-Hirsch lud ein „zum Blick über den Zaun“ des bmk Steinbruchbetriebes

Das heiße Wetter konnte die knapp zwanzig Besucher nicht von dem schweißtreibenden Fußmarsch durch das Betriebsgelände der Firma bmk Steinbruchbetriebe in Talheim abhalten.

Die Teilnehmer wurden dafür mehr als belohnt, denn die Führung mit der engagierten Prokuristin Heike Flickinger-Joos und dem Diplom-Geologen Johannes Roos war äußerst interessant und spannend. So erfuhr die muntere Gruppe aus erster Hand alles über die vielfältigen Aufgaben des Unternehmens, der Entstehungsgeschichte, der Geologie und der täglichen Arbeit vor Ort. Dies konnte u.a. auch aus sicherer Entfernung bei einer Sprengung beobachtet werden. Die Teilnehmer nutzen die Möglichkeit gerne um Fragen an die beiden versierten Fachleute zu stellen. „Pro Einwohner und Jahr müssen etwa zehn Tonnen Gestein aus der Natur entnommen werden, damit beispielsweise Häuser, Bürogebäude, Straßen, Bahnlinien und Radwege gebaut werden können. So verbraucht jeder Baden-Württemberger statistisch gesehen pro Stunde zwei Hände voll mineralischer Rohstoffe. Das entspricht einem Kilogramm Natursteine, Sand und Kies, Gips, Kalk, Zement und andere Rohstoffe. Insgesamt werden jährlich je nach Konjunktur landesweit zwischen 80 und 100 Mio. Tonnen mineralische Rohstoffe gewonnen“, erklärte Flickinger-Joos. Neben der Bauindustrie ist der Einsatz von Kalkgestein auch in der Medikamentenherstellung sowie bei der Herstellung von Stahl und Zucker nötig. Diese Branche zählt in Baden-Württemberg mit über 500 Unternehmen und einem Gesamtumsatz von fünf Milliarden Euro pro Jahr zu den Leistungsträgern der heimischen Wirtschaft. Ein großes Problem derzeit sei der Mangel an Sand, der in der Baubranche existenziell ist, und beispielsweis nicht durch den runden glatten Wüstensand ersetzt werden kann. „Ich hoffe, Sie nehmen von der heutigen Besichtigung viele neue Eindrücke mit und haben künftig Verständnis, wenn Sie mit ihrem Auto hinter einem unserer großen Lastwagen fahren“, so Flickinger-Joos mit einem Augenzwinkern.

Nach oben