Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann zu Gast in Beilstein

„Gute Bildung - beste Aussichten“

Nach dem Besuch der verschiedenen Bildungseinrichtungen in Beilstein vom ersten Lebensjahr in der KiTa bis zum Abitur gab die Ministerin auch den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, mit ihr zu bildungspolitischen Themen zu diskutieren. Knapp 200 Menschen, darunter viele Lehrer, Schüler, Kommunalpolitiker und Bürgermeister ließen sich diese Möglichkeit nicht entgehen und fanden sich in der „gute Stube“ der Stadt Beilstein ein.

Begrüßt wurde die Kultusministerin aufs herzlichste von Bürgermeister Patrick Holl, der Wahlkreisabgeordneten Friedlinde Gurr-Hirsch und des CDU Stadtverbandsvorsitzenden Oliver Kämpf. Bürgermeister Holl betonte bei seiner Eingangsrede, dass er sich darin bestärkt sehe, dass landesweit die Sprache als Schlüssel für die Bildungsbiografie erkannt worden sei. Zwar sei die angestrebte Chancengleichheit in der Regel besser mit einer Ganztagesbetreuung zu erreichen, aber die guten Erfahrungen sprechen für den so genannten „Beilsteiner Weg“, der im Herzog-Christoph-Gymnasium, einer G9 Modellschule, den 7-Stunden-Rhytmus bevorzugt. Der Nachmittag könne somit für Freizeit, Vereinsleben und Familie frei gestaltet werden. Die Ministerin hatte bei ihren vorangegangenen Gesprächen den „Beilsteiner Weg“ bereits kennen gelernt. „Die Bildung ist hier aus einem Guss. Es wird vom Kind her gedacht. Ich würde mir das in anderen Gemeinden auch wünschen“, so ihre anerkennenden Worte. Die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch wünscht sich vor allem Kontinuität bei der Bildungspartnerschaft. „In unserem Land leben 11 Millionen selbst ernannte Bildungsexperten, die alle mitreden wollen. Ich bin froh, dass wir eine so engagierte und geradlinige Kultusministerin haben, die aus ihrer langjährigen Erfahrung als Schulbürgermeisterin in Stuttgart die derzeit schwierige Situation meistern kann“. Ministerin Eisenmann stellte unumwunden in ihrem sehr anschaulichen Vortrag dar, dass es in der Lehrerversorgung aufgrund der großen Pensionierungswelle in den nächsten Jahren zu Engpässen kommen werde. „Die Unterrichtsversorgung ist auf Kante genäht“, so Eisenmann. In den vergangenen Jahren seien von der Vorgängerregierung diesbezüglich zu wenig Ausbildungsplätze geschaffen worden. Bis diese Lücke geschlossen werden kann, werde es noch ein paar Jahre dauern. Die Ministerin bekannte sich zu den kleinen Grundschulen: „mit mir wird es keine Schließungen geben. Ich halte am Grundsatz „kurze Beine- kurze Wege“ fest“. Auf die Frage, warum Baden-Württemberg im Bildungsniveau ins Mittelfeld abgerutscht sei gab die Ministerin zu, dass man im Land in der Tat ein Qualitätsproblem habe. Dabei seien sprachliche Defizite unabhängig von der Herkunft der Kinder und dürfen nicht auf Migration reduziert werden. Leistungen müssten wieder regelmäßig überprüft werden. Dabei bekannte sich die Ministerin zum klassischen Diktat. Auch die Digitalisierung sei kein Allheilmittel: „Ersetze Buch durch Laptop ist für mich keine Alternative. Die Mischung machts“. In der offenen Fragerunde in das Publikum, souverän moderiert durch Oliver Kämpf, wurden noch über die Attraktivität des Lehrerberufes, zur oft mangelnden Erziehungsbeteiligung aus dem Elternhaus und zur Reaktivierung von pensionierten Lehrern diskutiert. So war es nicht verwunderlich, dass die Ministerin sich sogar mehr Zeit nahm als ursprünglich geplant. Zum Dank für den Besuch und die Abendveranstaltung bekam die Ministerin ein paar edle Tröpfchen der bekannten Beilsteiner Weinlagen und einen prächtigen Blumengruß überreicht.

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