Potenzial wartet darauf, gehoben zu werden

Friedlinde Gurr-Hirsch beim Weintourismustag in Öhringen

Mittlerweile schon zum vierten Mal fand der Württembergische Weintourismustag statt. In diesem Jahr in der Landesgartenschau-Stadt Öhringen. „Die Verbindung von Wein und Tourismus ist ein richtiger Trend. Für uns in Baden und Württemberg liegt darin noch ein erhebliches Potenzial, denn wir haben nicht nur exzellente Weine, sondern dazu auch noch eine einzigartige Kulturlandschaft zu bieten“, erklärte die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch. 
Im Zentrum der Tagung stand die Markenbildung im Tourismus. Professor Dr. Axel Dreyer von der Hochschule Harz und dort Professor für Tourismuswirtschaft und Marketing am Institut für Tourismusforschung hielt den zentralen Vortrag. Im Zentrum der Markenbildung müsse die Unverwechselbarkeit des Angebots stehen. Gerade in Deutschland mit seinen 13 höchst unterschiedlichen Weinbauregionen sei eine Markenbildung auf nationaler Ebene jedoch schwierig. Die Grundlage für jegliche Markenbildung, so Professor Dreyer, bilde die hohe Qualität des Produkts Wein. Dieses Kernprodukt könne bei der Markenbildung dann über unterschiedliche Hebel wie besondere Erlebnisse, Design oder Architektur erweitert werden. Besonders wichtig ist aus Sicht des Wissenschaftlers, dass die unterschiedlichen Tourismusdestinationen sich im Auftritt nicht verwechselbar machen. Als positive Beispiele nannte er Wein-Franken und die Region Deidesheim. Auch am Beispiel Südtirol könne man viel lernen. Dort funktioniere die Kooperation zwischen den Betrieben besonders gut, es gibt eine einheitliche Kapsel für alle Betriebe, diverse hochkarätige Events und eine ansprechende Außendarstellung mit hochwertigen Internetauftritten.
„Vor dem Hintergrund aktueller Trends wie Entschleunigung, Regionalität und Nachhaltigkeit sehe ich für den Weintourismus eine Chance. Unser Ziel muss sein, eine ansprechende Marke zu etablieren, in der die Besonderheiten unserer Heimat zur Geltung kommen“, so Friedlinde Gurr-Hirsch. In diesem Zusammenhang lobte sie auch die Aktivitäten der Koordinierungsstellen „Wein & Tourismus Heilbronn-Hohenlohe“ und „Weintourismus Württemberg“. Die neue Dachmarke „Wein-Heimat-Württemberg“ sei ein hervorragender erster Schritt, freute sich die CDU-Politikerin. Wichtig sei ihr aber auch, dass die verschiedenen Akteure den regelmäßigen Austausch pflegten und – ähnlich dem Beispiel Südtirol – die Kooperation immer besser wird. „Markenbildung ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, so das Fazit der ehemaligen Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum.

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