70 Jahre Ungarndeutsche im Zabergäu

Bewegte Geschichte wird mit Ausstellung in Botenheim gewürdigt 

Rund 400 Deutsche aus Ungarn kamen vor 70 Jahren im Zabergäu an. Aus ihrer vormaligen Heimat waren sie vertrieben worden. Der Geschichte dieser Volksgruppe widmet sich jetzt eine Sonderausstellung im Botenheimer Heimatmuseum, die in Anwesenheit des Bundesvorsitzenden der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn, Klaus J. Loderer, eröffnet wurde. In ihrem Grußwort dankte die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch zunächst der Vorsitzenden des Heimatvereins für ihre engagierte Arbeit: „Das Heimatmuseum Botenheim wird einmal mehr seinem besonderen Anspruch gerecht, das Thema Heimat in allen seinen Facetten zu vermitteln, was sich in immer neuen Veranstaltungen ausdrückt.“ Die Politikerin erinnerte daran, dass in Botenheim vor einem Jahr auch ein Kongress zur Zukunft der Heimatmuseen stattgefunden hatte. „Heimat ist ein weiter Begriff“, fasste sie das Ergebnis nochmals zusammen. Friedlinde Gurr-Hirsch erinnerte daran, wie vor gut 200 Jahren Deutsche aufgrund der Armut ihre Heimat verließen und in neu eroberte habsburgische Gebiete auswanderten. Mit der Zeit wurde Ungarn die neue Heimat der sogenannten Ungarndeutschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie jedoch verschleppt, enteignet, entrechtet und vertrieben. „Mittlerweile ist das Zabergäu die Heimat geworden – und ein neues Kapitel kann der Heimatgeschichte hinzugefügt werden“, so die Abgeordnete. Die Balance zwischen der Wahrung der eigenen Identität und der Integration sei bei den Ungarndeutschen vorbildlich gelungen, was das große Engagement im Vereinsleben vor Ort aber auch die vielfältigen Aktivitäten zur Pflege der Traditionen zeigten: „Sie sind eine wichtige Stütze unserer Gesellschaft und des Ehrenamts.“ Friedlinde Gurr-Hirsch schloss daraus, dass Nor-men und Werte einer Gesellschaft von Zuwanderern zu respektieren seien, eine Assimilation darf aber nicht mit Gewalt erzwungen werden.

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