Innovative Wohnform für Beatmungspatienten

Friedlinde Gurr-Hirsch besucht Wohngruppe für Dauerbeatmete

„Aus einem persönlichen Schicksal entwickelte sich ein Vorzeige-Wohnprojekt für dauerbeatmete Patienten“, berichtet die CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch von einem Vor-Ort-Besuch in Bad Rappenau. Tobias, der Sohn von Ute und Ulrich Zehner, litt an einer degenerativen Muskelerkrankung, die eine aufwändige Pflegeversorgung und eine Beatmung rund um die Uhr notwendig machte. Die Familie baute deshalb ein neues Haus, in dem sie alle Räume behindertengerecht und auf die Bedürfnisse eines dauerbeatmeten Patienten einrichtete und sogar ein Therapie-Schwimmbecken im Keller einbaute. „Nach dem Tod des Sohnes war die Überlegung, wie die Erfahrungen und die Infrastruktur des Hauses weiterhin genutzt werden kann. Ich freue mich, dass Familie Zehner sich entschieden hat, das Haus in eine Wohngemeinschaft für Dauerbeatmete umzuwandeln. Das ist ein innovativer Ansatz, der hoffentlich viele Nachahmer findet“, so die Landtagsabgeordnete nach ihrem Besuch in dem Haus. Gemeinsam mit dem Pflegedienst Acuritas aus Mannheim wurde ein Konzept für die Wohngemeinschaft erarbeitet. „Das Ziel ist, den Patienten so viel Selbstbestimmung wie möglich bei einer umfassenden Versorgung zu bieten. Eine Pflegekraft kümmert sich um maximal drei Patienten und es gibt eine Hauswirtschafterin, die sich um den Haushalt kümmert. Den größten Teil der Kosten übernimmt die Sozialversicherung, die Bewohner zahlen lediglich für Miete und Verpflegung. Ich finde es hervorragend, dass die Patienten sich nicht wie im Krankenhaus fühlen und ein fast normales Leben führen können“, sagte Friedlinde Gurr-Hirsch weiter. Leider habe es, wie ihr Ulrich Zehner und ein Vertreter des Pflegedienstes berichteten, bei der Genehmigung aufgrund des von Grün-Rot erlassenen Wohn-, Teilhabe- und Pflegegesetzes große bürokratische Hürden überwinden müssen. „Zum Glück konnte nun alles geregelt werden und bald werden die ersten Bewohner einziehen. Aber wir sollten dafür sorgen, dass solche Angebote nicht durch Bürokratie verhindert werden und diesem Beispiel aus Bad Rappenau viele weitere folgen“, so das Fazit von Friedlinde Gurr-Hirsch.

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