Vortrag im Lauffener Museum im Klosterhof 

„Es freut mich sehr, dass diese Ausstellung zu den prähistorischen Pfahlbauten so gut angenommen wird“ sagte Friedlinde Gurr-Hirsch anlässlich eines Vortrags zu den Hintergründen und neuesten Erkenntnissen der Pfahlbau-Forschung im Lauffener Klosterhof. Auf Initiative der CDU-Politikerin war die Ausstellung nach Lauffen gekommen und am 25. Oktober eröffnet worden. Seither erfreut sie sich eines guten Zuspruchs bei Einheimischen aber auch bei Gästen aus den Nachbargemeinden. Die Archäologen Dr. Helmut Schlichtherle und Sabine Hagmann boten nun einen sehr interessanten Vortrag in der Ausstellung an. Sie berichteten über die Einzigartigkeit der Pfahlbauten, ihre Bedeutung für die Archäologie und die Gründe für die Aufnahme ins UNESCO-Weltkulturerbe, die 2011 erfolgte. Die Pfahlbauten entstanden in der Jungsteinzeit und den frühen Metallzeiten, also zwischen ca. 4200 und 600 vor Christus rund um die Alpen. 15 der 18 geschützten Funde in Deutschland liegen in Baden-Württemberg in der Flachwasserzone des Bodensees, in den oberschwäbischen Mooren und in Kleinseen der Region. Das Besondere an den Funden, so die Archäologen, ist die erstaunliche Frische und der perfekte Erhaltungszustand, den organische Materialien noch nach tausenden von Jahren unter Wasser- bzw. Moorbedeckung aufwiesen. Dieser Erhaltungszustand sei für die Forschung besonders wertvoll, da üblicherweise bei archäologischen Ausgrabungen gerade diese Funde fehlen, die beim Kontakt mit Sauerstoff zerfallen. Dank der Funde aus den Pfahlbausiedlungen können Forscher heute detaillierte Schlüsse zu Ernährungsverhalten, Alltagsleben, Viehzucht und technischen Innovationen unserer Vorfahren ziehen. Schließlich berichteten die Forscher auch über die speziellen Forschungsmethoden, mit denen die Ausgrabungsstätten unter der Wasseroberfläche untersucht werden und wie die Funde vor Ort geschützt werden könnten. Die Kooperation von Archäologen mit Naturwissenschaftlern wie z.B. Seenforschern sei von zentraler Bedeutung. Den kulinarischen Abschluss der Veranstaltung bildete eine (fast) originale Steinzeitsuppe, die allen Gästen mundete. Friedlinde Gurr-Hirsch lobte am Ende das innovative Veranstaltungsformat: „Archäologie mit allen Sinnen erfahren – das könnte ein Vorbild für weitere Veranstaltungen sein“, ist sich die Landtagsabgeordnete sicher.

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