Ungebetene Gäste - Informations- und Diskussionsveranstaltung zum Einbruchschutz

Die Gemeinde Siegelsbach und die Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch luden gemeinsam zu einer  Informations- und Diskussionsveranstaltung am 11.November 2015 mit Polizeioberkommissar Klaus Zeberer, der Experte im Bereich Prävention und Einbruchsschutz  ist, ein.

Die Wohnungseinbrüche in Baden-Württemberg werden zu einem immer größeren Problem. Die Zahl hat 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 19,4 Prozent auf 13 483 Fälle zugenommen. Die traurige Bilanz ist allerdings, dass nur 1/7 aller Fälle von der Polizei aufgedeckt werden. Erst letzte Woche wurde in der Gemeinde Siegelsbach eingebrochen, so war der Besucherandrang selbstverständlich hoch. Einleitend berichtete der Polizeioberkommissar, dass die Anzahl der Wohnungseinbrüche in den vergangenen beiden Jahren speziell  im Landkreis Heilbronn stark zugenommen haben. Die erneute Zunahme bei den Einbruchsdelikten sei durchaus alarmierend. Ein Einbruch in die eigene Wohnung ist für viele Menschen ein großer Schock. Die Verletzung der Privatsphäre, das Verloren gegangene Sicherheitsgefühl oder andere schwerwiegende psychische Folgen, die nach einem Einbruch auftreten können, machen dabei den Betroffenen mehr zu schaffen als der rein materielle Schaden. Neben einer Verstärkung der Bestreifung gefährdeter Wohngebiete fordert daher die CDU auch verstärkte Polizeikontrollen entlang der Verkehrsachsen in Baden-Württemberg sowie einen Fahndungsschwerpunkt entlang der Grenzen zu Österreich, Frankreich und der EU-Außengrenze zur Schweiz. Bei den Einbrechern handelt es sich meist um organisierte Banden, welche vor allem aus östlichen Ländern stammen. Ziel muss es sein, die Reiserouten der Einbrecher zu stören und diese dingfest zu machen. Wichtig sei es, dass die Bevölkerung verdächtige Personen der Polizei zu melden und gerade auch innerhalb der Nachbarschaft gegenseitig auf sich zu achten. Da die Einbrecher meistens über Terrassentüren und Fenster ins Haus kommen, befürwortete der Fachmann u.a. die nachträgliche Anbringung von Pilzkopfverriegelungen. „Die Kriminellen benötigen meist nur einen einfachen großen Schraubenzieher, um ein Fenster auszuhebeln, deshalb sind mechanische Sicherungen wirkungsvoll“, hob Klaus Zeberer hervor. In seiner Powerpoint-Präsentation erläuterte er ausführlich, welche sicherungstechnischen Anlagen dazu beitragen, Einbrüche zu verhindern. Der eigenen Sicherheit wegen sollte keine Konfrontation herbeigeführt werden. Wichtig ist, dass die Polizei sofort alarmiert wird, selbst wenn der Einbruch gescheitert ist. Denn je später sie von den Taten erfährt, desto geringer ist die Chance, den Täter zu fassen. Wenn der Täter geflüchtet ist, sollte man sich gleich Notizen über das Aussehen machen. Diese Beschreibungen sind eine wertvolle Hilfe für die Polizei bei der sofortigen Fahndung und den späteren Ermittlungen. Abschließend empfahl Polizeioberkommissar Klaus Zeberer  den interessierten Bürgerinnen und Bürgern, sich bei der neuen Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle in der Bahnhofstraße 15 in Heilbronn zu informieren und zukünftig die „10 goldenen Regeln für ein sicheres Zuhause“ zu beachten.  Denn sobald die Täter merken, dass das Einsteigen Zeit kostet und Lärm verursacht, geben sie meist schon von allein auf. 42 Prozent aller Einbrüche scheitern im Versuchsstadium.
 

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