Gerade jetzt: Engagement in der Entwicklungspolitik stärken

Diskussionsveranstaltung zur Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert

 „Vor dem Hintergrund der aktuellen Flüchtlingssituation ist es wichtig, sich über neue Notwendigkeiten und Herausforderungen der Entwicklungszusammenarbeit Gedanken zu machen. In meinem Wahlkreis gibt es viele ehrenamtliche Organisationen, die sich in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren, weshalb ich gerade jetzt auf die Bedeutung dieses Themas hinweisen möchte“, so begrüßte die örtliche CDU-Landtagsabgeordnete Friedlinde Gurr-Hirsch die Teilnehmer ihrer Diskussionsveranstaltung. Mit dem Parlamentarischen Staatsekretär im Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Hans-Joachim Fuchtel und dem entwicklungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Dr. Bernhard Lasotta, konnte sie zwei ausgewiesene Experten für die Veranstaltung in ihrem Wahlkreis gewinnen. Neben einer sachkundigen Politik im Umgang mit den Flüchtlingsströmen müsse vor allem auch im Blick auf die Fluchtursachen gehandelt werden. Ein Verzicht auf die entwicklungspolitische Arbeit in den Herkunftsländern der Flüchtlinge sei undenkbar, waren sich die Referenten mit der Gastgeberin einig. Diese Arbeit sei sogar notwendiger denn je und müsse forciert werden.“, 

 
Jedoch könne auch hierzulande jeder einzelne einen Beitrag leisten, betonte Hans-Joachim Fuchtel in seinem Vortrag. Beim Einkauf sollte man beispielsweise Produkte mit Fair Trade-Siegel unterstützen und darauf achten, wie unsere Kleidung hergestellt wird. Mit einem entsprechend angepassten Konsumverhalten könne man Millionen von Menschen in Asien ein menschenwürdiges Leben ermöglichen. Friedlinde Gurr-Hirsch wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Menschen, die ein menschwürdiges Leben führen können, keinen Grund mehr haben, ihre Heimat zu verlassen. Hinsichtlich der Flüchtlingssituation richtete Hans-Joachim Fuchtel das Augenmerk vor allem auf die Koordination der Anstrengungen: „Diese Aufgabe muss mit Hilfe europäischer Zusammenarbeit gelöst werden. Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung arbeitet derzeit an neuen Ansätzen, um bis 2030 eine Welt ohne Hunger zu schaffen.“
 
Dr. Bernhard Lasotta legte den Fokus seines Vortrags auf das vielfältige Engagement Baden-Württembergs in Burundi. Das zentralafrikanische Land ist ein Partnerland von Baden-Württemberg, mit dem seit vielen Jahren ein intensiver Austausch besteht. Gerade im Bereich der Landwirtschaftlichen Bildung gibt es viele Aspekte, bei denen Baden-Württemberg Wissenstransfer anbieten kann. Der entwicklungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion nannte noch viele weitere Ansatzpunkte, bei denen durch Engagement aus der Bevölkerung noch mehr Wirkung vor Ort erzielt werden könnte. Bedenklich sei jedoch aktuell die politische Lage in Burundi, die vieles komplizierter mache.
 
Die Eine-Welt-Promotorin Heide Öchslen stellte in ihrem Vortrag die Arbeit des PromotorInnen-Programms vor. Ihre Aufgabe ist es, Eine-Welt-Engagierte zu beraten, zu vernetzen und zu informieren. Dabei geben sie neue Impulse und unterstützen bei Kooperationen sowie bei der Gewinnung neuer Partner in der Region. Ihr Ziel ist es, die Eine-Welt-Arbeit zeitgemäß weiterzuentwickeln. Besonders die anwesenden Praktiker in der Entwicklungszusammenarbeit profitierten von dem Überblick und den wichtigen Hinweisen, die Heide Öchslen gab.
 
Friedlinde Gurr-Hirsch bedankte sich bei den beiden Referenten für die interessanten Einblicke, die sie gewährten. Sie zeigten eine große Bandbreite an bestehenden praktischen Möglichkeiten auf, die Lage in Entwicklungsländern zu verbessern. Die anschließende, intensive Diskussion zeigte, wie viele der anwesenden Bürger entwicklungspolitisch aktiv sind. „Ich bin beeindruckt von Bareka aus Untergruppenbach, die seit über 25 Jahren in Burkina Faso praktische und verlässliche Entwicklungsarbeit leistet. Ebenso finde ich die Arbeit des Afrika-Vereins aus Heilbronn vorbildlich. Es freut mich sehr, dass sich die Menschen in unserer Heimat so intensiv in der Entwicklungszusammenarbeit engagieren. Nur gemeinsam können wir es schaffen“, schloss die CDU-Politikerin ihre Eindrücke zusammen.
 

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